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Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 10. Juni 2010 16:32
von Volker
Hallo Tami,

die Gewalt des Wasser (des Lebens??) ist eine tragende und treibende Kraft. ich glaube fest, dass wir uns gemeint fühlen dürfen. Kraft und Gegenkraft in einer Auseinandersetzung sind Zeichen der Lebendigkeit, isofern ist eine zugeschlagene Tür auch Audruck deiner Lebendigkeit. Soll Kinder geben, die gar nicht wissen, dass Tüten existieren. Die Grenzen sind der bereich an dem Entwicklung geschieht ....

Mir ist es genug Auseinandersetzung gewesen, die letzten Wochen. Ein wenig treiben lassen täte mir glaube ich ganz gut :-)

LG
Volker

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 16. Juni 2010 22:15
von Tamara22
Lieber Volker,

sich treiben lassen, ja das ist manchmal dringend nötig. Verantwortung abgeben, annehmen und zulassen...
Wohin magst du dich treiben lassen?

Ja mit den Grenzen hast du wohl Recht. Ich bin glaube ich in meiner Grenzsetzung manchmal undeutlicher als meine Kids.
Vielleicht etwas dass ich mir noch abschauen kann.

Im Moment genieße ich den Wechsel zwischen Ebbe und Flut, alles hat seine Zeit.
Früher wäre mir das wie ein Stillstand vorgekommen, jetzt denke ich, dass dieses Ausgewogen sein, ich nenne es mal so,
ein eigenes Leben hat, genauso lebendig und echt und genauso wert-voll. Vielleicht tue ich mich manchmal schwer im Jetzt zu sein.
Ich bin viel in der Zukunft und verpasse dabei häufig den Moment an sich. Vielleicht liegt aber eben grade darin das Magische.

Mein groß-Kleiner mit seiner Erdbeerschnute, der mitten im erdbeerfeld sich über jede Beere freut, die er findet, als sei sie das Besonderste überhaupt.
Oder die Klein-Große die Tränchen verdrückt, weil ein toter Vogel vor unserer Tür liegt, der jetzt nicht mehr bei ihr sein kann...Leben eben...

Gibt es was wichtigeres?

Tami
PS: Ich denke an dich :)

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 13. April 2011 21:36
von Volker
Dieser Thread ist nun schon fast sieben Jahre alt.
Viel ist passiert. Ich merke, dass mein Vertrauen in dieser Zeit ordentlich geprüft und geschüttelt wurde...und auch gewachsen ist.
Rückblickend auf so manche "Härte" fühle ich tiefe Dankbarkeit und Dehmut.
Sich selbst kennen zu lernen ist manchmal schwer auszuhalten und es geht wohl vielen so....

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 14. April 2011 08:04
von sonnenschein2
Lieber Volker,

sich selbst kennenzulernen finde ich sehr schwer. Ich wußtelange Zeit gar nicht wer ich bin, was ich möchte oder mag. Erst jetzt, in der Mitte meines Lebens finde ich es langsam heraus. Bin auf dem Weg zu mir selbst und versuche Vertrauen in mich zu bekommen, oder mich einfach zu trauen. Ich finde es in meinem Leben sehr schwer auf mich selbst zu schauen. Es wird so viel von außen erwartet von mir, dass ich mich oft frage, wo bleibe ich eigentlich dabei..
Meine kids werden langsam größer und brauchen mich nicht weniger. Manchmal ist es ein großes sich absetzen voneinander. Das kostet Kraft und wieder viel Vertrauen in mich selbst, aber auch in die Kinder.
Vertrauen zu entwickeln, sich einlassen können...ist schon ein sehr steiniger Weg. Und trotzdem habe ich ihn nie ganz aus den Augen verloren. Das Vertrauen in Liebe und Partnerschaft ist zum Beispiel nur verschüttet. Aber ich habe jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit den Weg freizuräumen von den Trümmern und Schatten der Vergangenheit. Vielleicht sogar liebevoll einzelne Steine an den Wegrand zu legen und sie von einer anderen Seite betrachten zu können...

Liebe Grüße
Sonnenschein2

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 14. April 2011 16:14
von Tamara22
Hallo ihr Zwei,

Vertrauen - das ist bei uns grade auch Thema.
Thema weil mein Arzt zu meinem MRT-Befund gesagt hat, das muß ich schicksalsgebunden ansehen, man hat nicht alles in der Hand.
Ich habe garnichts in der Hand, so fühlt es sich an, bis auf einen kleinen, winzigkleinen Teil in mir, der glaubt, dass ihm doch eigentlich nichts passieren kann, der tatsächlich vertraut in ein großes Ganzes, das will, dass ich hier bin und bleibe...Doch der hat es mitunter schwer sich gegen den Rest, den Trupp aus Angst und Ablehnung und Verdrängung durchzusetzen.
Und da hat der Weg des Vertrauens für mich damit zu tun, das kleine, winzigkleine groß werden zu lassen, dem Funken Vertrauen zu glauben, die Arme aufzumachen und dem Leben eine Chance zu geben, zu sein wie es sein will...

Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 14. April 2011 20:45
von FairyQueene
Hallo Tamara,

was für ein Befund? (Falls Du das hier überhaupt posten magst ...)
Auf jeden Fall alles Gute für Dich & weiterhin Vertrauen auf diese Geborgenheit in der Welt und im Leben – das ist ganz wichtig, glaube ich.

Alles Liebe,

Fairy

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 6. Juni 2011 23:39
von Volker
Liebe Sonnenschein,
puh ist das lange her, dass du geschrieben hast und ich wollte schön öfter antworten, erst jetzt ist die ZEit "reif".
Das hast du schön ausgedrückt mit dem VErschütten und den Trümmern und Schatten der Vergangenheit. Es gehört etwas Impulsarbeit dazu, die Dinge auch wegzuräumen und sich nicht von Ihnen erschlagen zu lassen. Das käme ja Misstrauen gleich. Und die Arbeit in Ruhe und Liebe zu tun und jeden Stein zu betrachten... das ist Selbsrwertschätzung und Akzeptanz der eigenen Erfahrungen. Wirklich ein schönes Bild hast du da gewählt...

Tami, der kleine Funke, der irgendwo aufblitzt um den Leben Raum zu geben. Wo kommt er her? Wer nimme ihn wahr?

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 8. Juni 2011 15:16
von Tamara22
Lieber Volker,

ich glaube es ist ein kindlicher Funke, Lebensfreude, kindliches Staunen, Ich-Sein...
Die Idee, dass ich gemeint bin vom Leben, dass etwas größeres schützend seine Hand über allem hält, das Leben es gut mit mir meint.

Gestern war der Funke in einer Halle voller Menschen, die gemeinsam auf indisch das Mantra gesungen haben, ich bin Liebe (aham prema), 108 Mal :kopftanz:
Und "in the ligth of love i will heal and sing, that will be done...! stell dir vor hunderte Männer gemeinsam und die Frauen singen das indische Pendant dazu.
Dann ist das Gefühl da, eben in diesem Augenblick ist die Welt einfach heil.

Klingt vielleicht verrückt, aber es lies das kindliche Staunen anklingen allem Neuen und Verwunderlichen gegenüber.

Ja und wahrgenommen habe ich ihn :)

Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 9. Juni 2011 18:08
von Volker
hallo tami,
ein kindlicher funke, ja, .... es sit toll, wie schön du das beschreibst, was du erlebt hast!!!!
aber was, wenn dieser funke schaden nimmt?? wenn er nicht genährt wird, bedroht wird, verdeckt wir oder angezweifelt wird??
kinder können wirklich böse werden, nicht wahr???

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 9. Juni 2011 20:09
von Tamara22
Hey Du,

ja da können Kinder böse werden.
Enttäuschung tut manchmal auch einfach weh und was weh tut ist nicht schön und das ist ärgerlich...
Und dann muß man sich einfach mal brüllend auf den Boden werfen, weil es eben sein muß *fg*.
Und dann kommt wieder ein Moment, der heil ist, taucht auf, wird spürbar, ist...
Bis zum nächsten Moment ist es nur ein Augenblick.

Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 29. Juli 2011 21:19
von Tamara22
Ein ganz heiler Moment...mein Kind, sein Kopf auf meiner Schulter, der Brüllanfall ist vorbei, der Atem geht noch stockend, wünscht sich einfach im Dunkeln tragen und singen, wie der Papa das immer gemacht hat...und dann kann ich spüren dass er vertraut, in mich, in sich, in die Welt, selbst im Dunkeln, in Trauer und Wut und obwohl er sich selbst nicht versteht.
Und dann mag ich einfach nur da sein, tragen und mich gleichzeitig getragen fühlen...das ist Vertrauen.
Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 16. September 2011 08:31
von Tamara22
Was wenn Vertrauen als Währung zu hoch ist?
Wenn es soviel kostet geliebt zu werden, nur gegen Vertrauen, dann frage ich mich ob der Preis da nicht zu hoch ist...
Woher nehme ich soviel Vertrauen, wenn ich meins grade verloren habe.
Und das erkennt niemand wenn es irgendwo im Dreck liegt und hebt es auf und schaut, ob es unbeschadet ist und verwahrt es für mich, bis ich mich melde und sage, ich möchte das gern wiederhaben.
Das Leben ist nicht so...
Und was ist mit dem Vertrauen anderer, dass sie mir zukommen lassen?
Ist das ein Almosen an mich, weil ich zusammengesunken an irgendeiner Strassenecke sitze und mein Vertrauen verloren habe?
Macht es dann Sinn, dass mir da jemand was schenkt?
Und mir sagt was ich damit zu tun habe, mir die Größe nimmt das selbst zu entscheiden, es mir überläßt den Wert zu bestimmen, den es für mich hat.
Zu sehen was ich damit tun will und mir zutraut, dass ich achtsam sein kann, auch wenn ich es schon einmal verloren habe.
Dass ich eine Chance verdiene, weil ich achtsam bin und aufpassen will und es verwahre und nicht damit bezahle, damit ich irgendwo akzeptiert werde.
Und sieht, dass ich, obwohl ich ohne etwas dastehe meins immer noch verschenken will, weil es von mir ist und ich den Wert bestimme, den es hat...
Und da merke ich, dass ich unsicher bin was ich nun tun soll damit, dafür gibt es keinen sicheren Ort, an dem ich es verwahren könnte.
Da ist es bei mir, die an einer Straßenecke sitzt nicht sicher aufgehoben, oder doch?
Da macht es mir Angst das wieder zu verlieren...
Wieviel dieser Währung bin ich wert???

Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 16. September 2011 10:06
von sonnenschein2
Ihr Lieben,
ich kann im Moment nicht mitschreiben. Ich nehme sehr starke Medikamente, die meine Gedanken ganz träge werden lassen. Alles ist träge und müde. Zwanghafte Entspannung. Ich weiß noch nicht ob ich das Gefühl gut finde. Es ist als verliere ich die Kontrolle und halte die Fäden nicht mehr in der Hand.
Sonnenschein2

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 16. September 2011 12:07
von Tamara22
Ach liebe sonnenschein2,
ich setz mich ein bischen zu dir, und wenn du müde bist ist das ok und träge auch und ich bleib einfach ein bischen hier mit dir...
Die Fäden bleiben, auch wenn du ein bischen lose-läßt, ich hab' da Vertrauen...
Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

BeitragVerfasst: 18. Februar 2016 00:04
von Volker
So hat der Thread vor 12 Jahren begonnen:


aus Osho "Mut" (München: Heyne, 2001)

Vertrauen ist die höchste Form von Intelligenz. Warum können die Menschen nicht trauen? Weil sie kein Zutrauen zu ihrer Intelligenz haben. Sie haben Angst davor getäuscht zu werden. Und deshalb zweifeln sie. Zweifel entsteht aus einer gewissen Unsicherheit in Bezug auf Deine eigene Intelligenz. Du fühlst Dich nicht sicher genug um wirklich Vertrauen zu haben. Vertrauen erfordert große Intelligenz, Mut und Integrität. Um zu vertrauen braucht man ein großes Herz.[...]
Zweifel ist immer auf der Hut.


Intelligenz, so ist mir heute klar ist die sensible Wahrnehmung aller Kanäle und das "große Herz" ist ein echter Kumpel der "Intuition". Intelligenz ist die präsente, wache und achtsame Verbindung aller inneren Anteile, wie klein, groß, stark, schwach, leuchtend oder trüb sie sein mögen... jawoll. Und wer glaubt, dass das kein Spaß machen kann, der kann ja mal seinen Senf hier dazu geben...
Volker