Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Hier wollen wir zusammen nach Lösungen suchen, die sich bei der Erziehung von Kindern oder der Suche nach Richtlinien fĂŒr Teenager ergeben

Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon miau 19. Juli 2012 19:16

Hallo Muckel,

deine Wut kann ich nachvollziehen, mir wĂŒrde es Ă€hnlich ergehen. :umarmen:

Nochmal zur Familie. Die Familie besteht aus einem Familiensystem, das nicht nur dich, deinen Ex und eure Kinder, wie eure Eltern umfasst. Auch eure Ahnen wie Großeltern, Onkel, Tanten und noch weiter zurĂŒck die Ahnen gehören dazu. In deiner Familie nach einer Ursache zu suchen, kann richtig sein, kann einen aber auch komplett vom wahren Thema abbringen, das weiter zurĂŒck liegt. Es könnte schon frĂŒher in der FamilieĂ€era Betrug gegeben haben. Auch wenn nie darĂŒber gesprochen wurde, das Wissen darum wird von Generation zur nĂ€chsten weiter gegeben. Bis wieder einer dermaßen auffĂ€llt.

Es ist sicher sehr beschĂ€mend fĂŒr dich, wenn eine Tochter abgleitet. Irgendwo weiß man, dass man Fehler gemacht hat und als sie passiert sind, hat man sie irgendwie zurechterklĂ€rt und verharmlost. Nur geht sowas nicht ewig weiter. Ich lese, dass sie alleine ist. Wieso hatte sie keine Freunde? Ich kenne Eltern, die haben eine Einstellung wie du schreibst und sie .... alleine. Mir war es immer wichtig, dass meine Tochter Freunde hatte und habe meinen Teil dazu beigetragen, so wie ich konnte.

Sie braucht einen Tritt in den Hintern.


wohin fÀllt sie dann? nach unten? nach oben wohl kaum, viell. nach vorne, aber unten ist sie ja schon.
Was geht den anderen Kindern die Erziehung der Schwester an? Das ist Elternsache von dir und dem Vater, sonst niemand. Ausnahme: professionelle Hilfe. - Dieses Beispiel gibt mir wieder die Annahme, dass zuviele bei ihr in der Erziehung mitmischen.

Andere Frage:
Was ist so schlimm daran, dass die Ă€lteste Tochter betrogen hat, gefĂ€lscht hat, lĂŒgt???? - fĂŒr dich meine ich. Was steckt hinter deiner Wut, deinem Ärger??? Schaue mal bei dir, in dein Inneres, dein erster Gedanke?

miau hat geschrieben: Nimmt eine Tochter in dem Alter zu viel vom Papa gerÀt sie auf die schiefe Bahn.

Diesen Satz verstehe ich, wenn ich ehrlich bin, so gar nicht.


FĂŒr eine Tochter zĂ€hlt in diesem Alter zunĂ€chst eine konstruktive Beziehung zur Mutter. Ist dies nicht möglich, dann ist der beste (und sicherste) Platz zu finden. Das ist die Familie mit den Familienschicksalen, die aufgearbeiteter sind, zu denen die Betroffenen stehen, dass dem so ist. Wo verschwiegen wird, ist ein ungĂŒnstiger Platz. Dort fließt keine Energie. (Lebensenergie)

Das soll nun erstmal genĂŒgen.

Micha
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon miau 19. Juli 2012 19:33

Hallo Muckel, nochmal,

du könntest dir folgende SÀtze sagen und die beiden Handkanten (entlang des kleinen Fingers) dabei aneinanderklopfen:
"Auch wenn mich meine Àlteste Tochter so blamiert hat, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin."
oder ... verĂ€rgert, beschĂ€mt, gereizt ... --- setzte das ein, was fĂŒr dich am stimmigsten ist.

"Auch wenn ich mich schuldig fĂŒhle, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin."

Bei diesen SÀtzen wird genau das ausgesprochen, was man verbergen möchte, was aber gerade stimmig ist.

viele GrĂŒĂŸe Micha
miau
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus 19. Juli 2012 19:42

Guten Abend ihr Lieben, guten Abend miau!

Sei mir bitte nicht böse und versteh mich nicht falsch. Ich weiß, es sind deine Gedanken und RatschlĂ€ge fĂŒr mich.
Aber - ich kann diese nicht fassen, sie sind mir zu abstrakt.

Wenn ich das Familiensystem so betrachte, wie du es beschreibst, dann wĂŒrde es ja bedeuten, dass es vielleicht in einer Familie vor vielen Generationen mal einen Mörder gegeben haben könnte und es ist in der Familie so lange Ruhe, bis wieder ein Familienmitglied mordet. Sorry - aber das klingt fĂŒr mich nach vererbten Genmaterial und daran kann ich beim besten Willen nicht glauben. Das klingt fĂŒr mich zu weit her geholt, auch auf die Gefahr hin, dass mich wissenschaftliche Studien und Untersuchungen da widerlegen.
Ich glaube immer noch, dass Kinder ein Spiegel ihrer Eltern und ihrer Erziehung sind und das sie vieles von dem fĂŒr sich annehmen, was man ihnen selbst vorlebt.

Und nein - ich schĂ€me mich nicht fĂŒr meine Tochter bzw. fĂŒr ihr Handeln. Ich bin enttĂ€uscht und wĂŒtend, erschrocken ja, aber nicht beschĂ€mt.
NatĂŒrlich haben wir Eltern Fehler in der Erziehung unserer Kinder gemacht - mal grĂ¶ĂŸere, mal kleinere. So wie alle anderen Eltern auch. Aber darin allein die BegrĂŒndung zu suchen, halte ich fĂŒr falsch. Eltern erziehen alle nach bestem Wissen und Gewissen, wohlwissend, dass sie selbst nicht fehlerfrei sind. Von daher mĂŒssten wir ja alle betrĂŒgen, lĂŒgen, fĂ€lschen, stehlen, morden, da bei uns allen in der Erziehung Fehler geschehen sind. Das ist aber nun mal nicht der Fall.

Zum Thema Freunde ...
Was hĂ€tte ich tun sollen? Sie zum Kindergeburtstag zwingen? Ich habe fĂŒr sie Kindergarten- und Schulfreunde eingeladen, habe fĂŒr sie Geburtstagsparties organisiert. Was hat es denn gebracht? .... nichts. Immer wieder habe ich das GesprĂ€ch mit ihr gesucht, habe versucht, ihr zu erklĂ€ren, dass Freunde im Leben wichtig sind. Nein - ich sehe da fĂŒr mich keine Schuld.

Du fragst mich, warum fĂŒr mich diese ganze Geschichte in ihrem Ausmaß so schlimm ist.
Nun - wer wĂ€re nicht erschrocken, wenn er feststellt, dass das eigene Kind dazu fĂ€hig ist ĂŒber lange Monate die komplette Familie mit LĂŒgengeschichten zu versorgen. Und das, obwohl man ihr immer vorgelebt hat, dass Kinder auch mal Mist bauen dĂŒrfen. Aber wenn sie dann ehrlich sind und dazu stehen, wird man ihnen helfen. Genau das haben wir unseren Kindern immer vermittelt.

Ich versuche es mal anders zu formulieren.
Ja, auch meine Exmann und ich haben Fehler in der Erziehung unserer Kinder gemacht und werden wahrscheinlich auch immer noch welche machen. Aber ich sehe nicht ein, dass wir oder gerade ich nun fĂŒr das Handeln meiner Tochter verantwortlich sein soll, nur weil ich mal einen Fehler in der Vergangenheit gemacht habe.
Sie ist 19 Jahre alt, kann richtig und falsch unterscheiden und hat sich fĂŒr falsch entschieden, obwohl im Vorfeld genĂŒgend Möglichkeiten vorhanden waren, sich und uns einzugestehen, dass sie im Begriff ist, Mist zu bauen. Diese Möglichkeiten hat sie verstreichen lassen. Dann soll sie die Suppe, die sie sich eingebrockt hat nun auch auslöffeln und im Zuge dessen werden wir sehen, wie wir ihr helfen können.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon miau 19. Juli 2012 21:21

Hallo Muckel,

interessant deine GedankengĂ€nge: ich schrieb von einem BetrĂŒger und du verstehst Mörder. Das gibt mir zu denken.

FĂŒr das, was sie getan hat, muss sie selbst gerade stehen, rein rechtlich. Das ist so. Aber gleich ein Ausschluss von der Familie, das finde ich viel zu krass. Oder ihr ĂŒberall spĂŒren zu lassen, was ihr von ihr haltet.

Ansonsten steige ich jetzt aus aus der Diskussion. Ich finde, dass die Tochter Hilfe braucht. Und wenn die Familie da nicht mitzieht, dann ist das eben so und hat halt auch so seine Folgen.

viele GrĂŒĂŸe Micha
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa 20. Juli 2012 09:34

Guten Morgen Muckelmaus und Co.,

@ liebe Micha, ganz so, das sie allein steht, ist es ja doch nicht..... die Familie hĂ€lt zu ihr und wird fĂŒr sie da sein. Wenn andere zu Betreuern raten (was ich auch fĂŒr total ĂŒberzogen halte, denn sie ist auch klaren Verstandes) heißt das ja nicht, das es fĂŒr die Eltern eine Alternative ist.

Ich persönlich glaube nicht an Familienaufstellungen, ich hab schon mitgemacht, aber fĂŒr mich persönlich klĂ€rt sich dadurch nicht viel. Ich hab aber auch einen langen Weg hinter mit, ich weiß um die Vergangenheit meiner Großeltern und Eltern und das ich ein Kind ihrer Geschichte bin, ich bin jedoch daraus gegangen und hab meinen eigenen Weg gefunden und meinen Kindern Werte vermittelt, die in meiner Familie keine Rolle gespielt haben. Zudem, wenn ich nun wĂŒsste, das einer meiner Vorfahren ein BetrĂŒger gewesen wĂ€re, was wĂŒrde es mir dann nutzen? MĂŒsste ich hinnehmen, das mein Kind eben betrĂŒgt? Das ist doch nur eine Entschuldigung, oder? ich weiß wohl, das Hunger genetische VerĂ€nderungen hinterlĂ€sst, auch in Nachfolgegenerationen, aber das sehe ich als rein körperliche VerĂ€nderung. Ich verwehre mich ganz strikt gegen genetische Verranlagungen zu gewissen Neigungen, es sei denn,e s geht um SchĂ€digungen, wie z.B. fehlende Botenstoffe bei Psychopathen, aber soweit sind wir hier ja noch lange nicht.

Gleichwohl finde ich das Thema spannend, vielleicht magst Du dazu einen Thread eröffnen?

Sie ĂŒberall spĂŒren lassen, was man davon hĂ€lt - das muss jetzt sein, ich glaube, die Aussage "ist nicht schlimm, das krigen wir hin" wĂŒrde sie nur darin bestĂ€rken, dass das was sie getan hat, nciht schlimm war.... und, da ich langsam glaube, das sie solche Dinge eben auch mit dem unbewussten Hintergedanken "SEHT MICH AN" tut, wĂ€re es hier sogar fatal. Sie braucht einen deutlichen Warnschuss vor den Bug (das verstehe ich persönlich auch unter "A....tritt", ein SchĂŒtteln, "jetzt werd aber mal wach!"

Wenn sie die BetrĂ€ge z.B. zurĂŒck zahlt, treu und brav.... dann kann man daraus am Ende auch wieder etwas Gutes machen und sie loben und ihr Anerkennung geben. Aber erst mal, braucht`s einen ordentlichen Krach, den gĂ€be es bei mir auch.

Was man oder besser, alle Betroffenen davon halten, das darf und soll sie wissen und wenn das gesagt ist und sie Bereitschaft zeigt, Verantwortung zu ĂŒbernehmen, dann ist es auch gut. NatĂŒrlich muss sie das nicht jahrelang hören, oder fĂŒr den Rest ihres Lebens, aber ich bin mir sicher, dass das auch niemand vor hat. Wenn Jugendliche solche Fehler begehen, testen sie ja auch das sie umgebende System aus, "halten die jetzt, was sie immer vertreten haben" "passiert mir nichts" oder auch "wie gehen die damit um". Am Ende kann es dabei leicht um eine Probe gehen, um VerlĂ€sslichkeit, der Eltern, der Bezugspersonen drumherum. ich weiß noch, wie schwer ich mich tat, als meine Tochter sich einer evangelikalen Kirche zugewandt hat und so sehr ich sie liebe, ich kann nicht gutheißen, was sie vertritt. Es lebt uns auseinander, leider..... ich bedaure das sehr, aber ich kann und will da nicht hin.

@ Liebe Muckel,

auch meine Töchter haben, außer als sie klein waren, eher keine Freunde gehabt und wenig Anteil am "öffentlichen" Leben gehabt. Erinnerst Dich, meine Große saß 16 Jahre in ihrem Zimmer und hatte mit dem Umgang ihrer Schwestern genug..... und dann traf sie ihre Kirchengemeinde *ĂŒrgs* na gut.... man kann Kinder nicht zwingen, ermutigen ja, aber wenn ich mich zurĂŒck erinnere, meine Mama ist mit mir auch zum Psychologen gegangen, weil ich kein Interesse an Gleichaltrigen habe und sie mich "unnormal" fand. Das ist vordergrĂŒndig erst mal ein Fehler, sondern vielleicht eher Charakter.

Und ansonsten gebe ich Dir Recht, sie hat gelernt was richtig und was falsch ist..... gar keine Frage und sie muss ihr Tun fĂŒr sich verantworten. Im Grund hat sie GlĂŒck, GlĂŒck weil sie Euch hat und zwar nun echten Ärger hat (aber das ist okay so) und GlĂŒck, weil die Schule sagt "wir haben nix gesehen", das hĂ€tte auch schief gehen können. In Bayern haben grad Abiturienten ihre Noten im Schulcomputer gefĂ€scht, das gibt dort ein anderes Nachspiel. Und wenn sie da auch nicht mit Absicht gehandelt hat, unter der Überlegungen, was das fĂŒr Folgen haben könnte, so war es NachlĂ€ssig und das hat die gleichen Folgen..... und das ist auch richtig.

Hilfe wĂŒrde sie wohl brauchen, wenn sie mit Euch nicht reden mag, aber, da sie eben ĂŒber 18 ist, ist das nur ein Weg, den sie selbst wĂ€hlen muss, leider haben wir als Eltern da keine Möglichkeit, es sei denn man wĂŒrde das als Wiedergutmachung einfordern? Das wĂŒrde ich aber mit einer Beratungsstelle abklĂ€ren, denn wenn sie dort sagt "ich muss...." dann schickt sie jeder wieder nach Hause und sagt "komm mal, wenn Du willst."

Und mit Hilfeschrei meinte ich nicht, das sie nach Euch schreit, oder Ihr verantwortlich seid, sondern, das sie selbst irgendwie, warum auch immer, in der Luft hĂ€ngt und nicht weiter weiß. Vielleicht tut ihr der Urlaub gut, oder GesprĂ€che mit Oma..... Zeit kann heilsam sein, erst einmal. Ansonsten wĂŒrde ich ihr eine Frist setzen (aber ich glaub, das hat ihr Vater schon getan) und einfordern, wann sie und was sie tun will.

Dir liebe GrĂŒĂŸe
Ansa
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus 20. Juli 2012 13:51

Hallo alle miteinander!

Am besten erzÀhle ich die neusten Entwicklungen der Reihe nach. Vielleicht wird dann einiges klarer ....

Vorgestern Abend hatte ich ein langes GesprÀch mit meinem Exmann.
Er erzÀhlte mir wieder von seinem Vorhaben, die betroffenen weiteren Familienmitglieder in die Geschehnisse einzuweihen.
Und ja - ich hatte arges Bauchweh, wegen dieser Sache. Gleichzeitig hatte ich aber auch das GefĂŒhl, dass er mich bzw. meine Bedenken bzgl. dieses Vorgehens nicht wirklich an sich heranlassen wĂŒrde.
@ miau
Glaubst du tatsĂ€chlich, mir wĂ€re mein Kind so egal, dass ich mir keine Gedanken machen und den Dingen einfach ihren Lauf lassen wĂŒrde?

Da ich kein Herankommen an meinen Exmann sah, erwartete mich eine relativ schlaflose Nacht und gestern Abend bat ich meine Ex-SchwÀgerin, die ebenfalls betroffen ist, um ein GesprÀch. Ich erzÀhlte ihr von den ganzen VorfÀllen, wie es mir nun damit geht usw. Auch das Vorhaben meines Exmannes und mein Bauchweh erwÀhnte ich. Meine Bauchschmerzen und Bedenken wurden von ihr geteilt.
Lange haben wir zwei Frauen hin und her ĂŒberlegt, ob wir unser GesprĂ€ch meinem Exmann verschweigen sollen. Das haben wir allerdings wieder verworfen, denn was hĂ€tte es gebracht? Nichts, außer einer weiteren Unwahrheit.
Ich habe meinem Exmann dann spĂ€t noch eine E-Mail geschrieben, in dem ich ihm noch mal meine Bedenken geschildert habe und ihm gleichzeitig zu verstehen gab, dass ich seinen Zorn und seine EnttĂ€uschung verstehe. Ich habe ihm auch von dem GesprĂ€ch mit meiner Ex-SchwĂ€gerin erzĂ€hlt und dabei um VerstĂ€ndnis fĂŒr mich gebeten.
Zeitgleich hat meine Ex-SchwÀgerin auch eine E-Mail geschrieben und "gebeichtet".

Mein Exmann hat auf uns beide bereits reagiert. Ohne VorwĂŒrfe an mich oder sie, sondern mit VerstĂ€ndnis.
Nein - er wird das Geschehene ganz sicher nicht erzÀhlen, wenn die ganze Familie um die Kaffeetafel versammelt ist, sondern er wird sich diejenigen, die ihm wichtig sind, nach und nach zur Seite nehmen.

@ miau
Es geht dabei nicht darum, unsere Tochter blosszustellen. Es geht auch nicht darum, dass ihr die ganze Familie den RĂŒcken zukehrt.
WĂŒrdest du diese Familie kennen, dass wĂŒrdest du wissen, dass folgendes passieren wird. Alle werden schockiert sein, einige werden nach dem Warum fragen, auf das es zur Zeit noch keine Antwort gibt. Aber niemand, ausnahmslos niemand, wird sich von unserer Tochter abwenden. Jeder wird zunĂ€chst fĂŒr sich ĂŒberlegen, wie eine Hilfe fĂŒr sie aussehen kann und dann wird gemeinsam mit uns Eltern und unserer Tochter ĂŒberlegt, wie es weiter gehen kann.
Aber fĂŒr all das brauchen wir (zumindest erst einmal) keinen Therapeuten, Familientherapie oder andere Dinge dieser Art, sondern zunĂ€chst einmal nur uns als Familie. Welche Wege daraus dann entstehen, wird die Zeit und unsere Zusammenarbeit zeigen und natĂŒrlich auch unsere Tochter. Denn es ist an ihr, Vertrauen wieder aufzubauen, angerichteten Schaden zu reparieren.
Es wird aber auch darum gehen, uns als Eltern zu unterstĂŒtzten, fĂŒr uns Eltern da zu sein.

Ist das alles so falsch?

@ Ansa
Ich bin froh und erleichtert zu sehen, dass du das, was ich ausdrĂŒcken wollte in Worte fassen konntest. Das scheint mir nicht so gelungen zu sein.

FĂŒr meinen Exmann steht die Frage nach dem Warum im Moment tatsĂ€chlich ein wenig im Hintergrund. DafĂŒr ist die EnttĂ€uschung noch viel zu tief und zu frisch.
Aber auch er reflektiert - nur halt anders als ich. Aber da werden wir sicher eine Lösung finden, gemeinsam.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon Tamara22 20. Juli 2012 14:38

Liebe Muckel,
ich habe nicht alles gelesen, eine Großteil, bei mir ist selbst grade so viel im Argen, dass ich wenig KapazitĂ€t hatte.
Was ich dir aber eben schreiben wollte ist, dass ich dir und euch wĂŒnsche, dass ihr irgendwann auf diese Zeit zurĂŒckschaut und sehen könnt, dass
ihr das alle gemeinsam gut hinbekommen habt, dass ihr gestÀrkt weitergegangen seid und dass eure Familie eben diesen Moment getragen hat, wenn scheinbar
alles ins Wanken kommt. Und ich wĂŒnsch dir fĂŒr jetzt, wo grade so viel auf einmal da ist, dass du Vertrauen hast, dass es dieses "danach" mit gutem FĂŒhlen geben wird...

Alles Liebe und ganz viel Kraft und Geduld wĂŒnsche ich dir
Tami
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon miau 20. Juli 2012 14:59

Hallo Muckel,

ich sehe, dass du einen Weg finden möchtest, mit dem, was deine Tochter ao "angestellt" hat zurecht zu kommen, deine Gedanken zu sortieren und ihr da rauszuhelfen. Ich habe mir auch ĂŒberlegt, dass in so einer Hoch-Krisen-Phase du ja in einem anderen Film bist und so erstmal Trost und Beistand brauchst, und ein anderes Denken derzeit gar nicht möglich ist. (den Film Überlebensmodus meine ich)

Ich sehe auch, wie du leidest, dass dein Ex-Mann nicht mit dir an einem Strang ziehst, alleine gelassen, im Stich gelassen. So Ă€hnlich muss sich deine Tochter auch fĂŒhlen. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass er bei ihr genauso ist wie bei dir.

Was mir gar nicht gefĂ€llt ist, die Verwandten einzuweihen. Das geht denen gar nichts an. Das ist reine Bloßstellung der Tochter. wieso hat es ihr Vater nötig sowas zu tun???? Ich habe selbst genug erlebt, Ă€hnliches sogar. 'Das war eine bittere Zeit und meine Tochter wurde von ihrer Ă€lteren Cousine dazu verfĂŒhrt zu stehlen. Es gab Krach mit der Mutter der Cousine, doch diese schlatete damals auf stur und hatte Scheuklappen an. Ich schritt ein, und das war auch gut so. SpĂ€ter als sie den Mann heiratete, den Vater ihres Kindes, war alles GesprĂ€ch bei den Verwandten. Meinst du einer hĂ€tte ihm mal die Meinung gesagt. Nein. Es gibt sogar heute noch Verwandte, die trotz allem, was er ihr und dem gemeinsamen Kind angetan hat, mit ihm per Internet befreundet sind.

Ich sehe das Informieren der Verwandten als Abgabe der Verantwortung. Gut, pauschalisieren kann ich nicht, denn es gibt auch noch ein paar direkt Betroffene, die informiert werden gehören, sicher, aber niemals alle. Das wird sie als vertrauensbruch werten. Vielleicht wacht sie auch auf, aber wer kann das vorhersagen?

Es hat keinen Sinn auf die Eltern zu schauen, weil es ihnen derzeit so schlecht geht. Hat sie mal jemand gefragt, oder sich ĂŒberlegt, warum sie diese Schritte unternommen hat???

@Ansa,

wir haben als Eltern immer die Möglichkeit einzuschreiten, wenn es nötig ist. Mit 18 ist kein Mensch erwachsen. Das passiert erst mit ĂŒber 20. Dann erst wird man auch geistig und seelisch erwachsen und kann manches nachvollziehen, was mit 18 noch gar nicht möglich ist.

viele GrĂŒĂŸe Micha
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa 20. Juli 2012 15:36

Liebe Micha,

abgesehen davon, das ich finde, das sich Muckel und ihr Exmann da ausnehmend gut verstehen und auch einigen, fÀllt mir aber ins Auge:

Es hat keinen Sinn auf die Eltern zu schauen, weil es ihnen derzeit so schlecht geht. Hat sie mal jemand gefragt, oder sich ĂŒberlegt, warum sie diese Schritte unternommen hat???


Ich meine gelesen zu haben, das diese Frage gestellt wurde, aber darauf will ich gar nicht hinaus. Es macht mich wirklich wĂŒtend, das wir Erziehende unser ganzes Leben lang hören "es geht nur um die Kinder......" oder "Du willst doch das Beste fĂŒr Dein Kind?" oder "Du musst jetzt auf das Kind achten!" Das Kind, in diesem Fall 19, darf sagen "ich will nicht", es darf sich kopmlett verweigern und kann nicht gezwungen werden, etwas zu tun, was es nicht will, aber die Eltern sollen mit sich machen lassen, was es möchte?

Nicht nur in diesem Fall, sondern ĂŒberhaupt. Ich hab eine so harte Trennung mit so einem gespinnerten Vater hinter mir (wir hinter uns), und egal was er anstellte, egal was er den Kindern antat, egal wie schlimm das war, am Ende hörte ich "Aber DU willst doch das Beste fĂŒr die Kinder" oder noch schlimmer, er stellte jede Kommunikation ein, verweigerte sich dessen auch vor Gericht und das JuA sagte "SIE mĂŒssen mehr miteinander reden....." Oh, ich war so sauer - und - hilflos. Und fĂŒhlte alle Schuld auf mir.

Hier darf, soll und muss auch Platz sein fĂŒr die Frage "Wie geht es Dir damit?" Das hören wir Eltern draußen zu selten. Wir brauchen Raum fĂŒr den Gedanken "Was macht das mit mir und wie gehe ich damit um?"

Die Geschichte um Muckels Tochter ist ja schon alt..... es hat ja nicht hier angefangen. Dazu kommt ihre Art, also die der Tochter, mit Problemen umzugehen und sich zu entziehen. Dieser Vorfall ist ja nicht aus dem Nichts entstanden. Klar kommt dazu, das die Eltern, eher wohl der Vater, nichts gemerkt hat, aber er hat seiner Tochter vertraut und sich auf sie verlassen und sie hat dies Vertrauen missbraucht. Und auch das der jetzt einzuweihenden Verwandten. Sie hat Geschichten erfunden und dafĂŒr um Rat gebeten.... mag sein, das Ihr Antrieb dazu war, aufzufliegen - aber es durchaus möglich, das sie die Geschichte dadurch auch plausibler machen wollte. Es geht ja auch nicht um alle Verwandten, sondern um die, die betroffen sind.

Und manchmal, manchmal machen wir Eltern gar nichts falsch und sind nicht die Ursache des Handelns unserer Kinder und doch bekommen wir einfach die Schuld...... das ist so verdammt unfair.

Und glaub mir, wenn es darum geht, das sich meine Tochter einer evangelikalen Gemeinde angeschlossen hat, rate mal, wer daran schuld ist? Ich kann das nicht mehr hören - auch deshalb, weil die Wahrheit oder das was ich dafĂŒr halte, nicht wirklich hinterfragt wird. Und hier möchte ich den Platz sehen, wo es auch um die Eltern geht, um uns - denn wenn wir nicht damit umgehen können, wenn wir, als Eltern nicht gehört werden, dann finden wir vielleicht auch keinen Weg zu unserem fehlgeleiteten Kind.

Liebe GrĂŒĂŸe
Ansa

P.S. und das erste was ein 18jĂ€hriges Kind von Außen hört ist : "Deine Eltern haben Dir gar nix zu sagen....." und es gibt Kinder, die nehmen das glatt ernst. NatĂŒrlich haben wir Möglichkeiten, aber auch nur dann, wenn das Kind sie annehmen will.
Sei zĂ€rtlich mit den Kindern, mitfĂŒhlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmĂŒtig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon miau 20. Juli 2012 15:48

Hallo Ansa,

ich dachte es geht um die evangelische Kirche.

Ich hatte schon ganz frĂŒh @Muckel gefragt, wie es ihr geht. Denn unter dem wĂŒtend sein steht mehr, viel mehr. Ich habe keine Antwort gesehen. Mir kommt es so vor, dass sich @Muckel im "Kreis dreht" und nicht so handeln kann, wie sie gerne möchte. Es ist auch richtig, dass ein junger erwachsener Mensch seine eigenen Fehler machen darf (muss). Nur ist hier das Kind "in den Brunnen gefallen", also braucht es RĂŒckhalt. Ein Lösung kann es familienintern nicht geben. Es ist spĂ€testens jetzt Hilfe von außen notwendig.

Was das JuA betrifft: ihnen interessiert nicht, den der nicht mitarbeitet dazu zu bewegen dies zu tun. Sie stellen beide Eltern gleich hin, so ungleich sie auch sein mögen. Sie mĂŒssten anders durchgreifen, tun sie aber nicht und reden sich mit irgendwelchen Gesetztestexten heraus.

Und manchmal, manchmal machen wir Eltern gar nichts falsch und sind nicht die Ursache des Handelns unserer Kinder


DarĂŒber hatte ich lang und breit geschrieben, versucht die GesprĂ€chsebene und Sichtweise zu Ă€ndern. Bin abgeblockt. Ich kann dir auch die entsprechende Antwort zitieren, aber jeder denkt halt nun mal anders ĂŒber das Leben und seine BewĂ€ltigungsstrategien.

Kinder reagieren darauf, wenn Eltern verschieden erziehen und suchen sich das heraus, was ihnen gerade passt. Das hat seine Folgen. Und wenn ich weiß, dass mein Ex nicht mit mir zusammenarbeitet in der Erziehung, dann habe ich auch beim erwachsenen Kind die Pflicht einzuschreiten und weiteres Unheil zu verhindern. Ansonsten mache ich mich schuld, mitschuld. Ich denke ein bisschen anders. Und wenn ich nicht so denken wĂŒrde, dann weiß ich nicht wo meine Tochter heute wĂ€re. Es lohnt sich immer zu kĂ€mpfen. Und Wege finden sich viele, wenn man möchte und die Angst vor der VerĂ€nderung ĂŒberwindet.

und das erste was ein 18jĂ€hriges Kind von Außen hört ist : "Deine Eltern haben Dir gar nix zu sagen....." und es gibt Kinder, die nehmen das glatt ernst.


Ich habe damals Hilfe gesucht, denn dieses PhĂ€nomen gab es bei uns auch. Meine Tochter bekam gesagt: "Deine Mutter muss sich Ă€ndern." Ich bekam gesagt: "Kinder sind nun mal so." Aber innerlich hatte ich so ein GespĂŒr, dass diese Aussage, die mir gegeben wurde, falsch ist. Zum GlĂŒck habe ich weiter dagegen angekĂ€mpft mich mit pauschalen Aussagen abzufinden, gegen mein inneres GefĂŒhl. Und dieses GefĂŒhl hat jeder Mensch, du und auch Muckel. Vielleicht wĂŒrde es ihr helfen, sich mal dieses Inneren bewusst zu werden und die Stimme zu hören, die da auch in ihr ist.

viele GrĂŒĂŸe Micha
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa 20. Juli 2012 16:28

Liebe Micha,

ich kann ja nun nur fĂŒr mich sprechen, aber mitunter steckt hinter Wut und EnttĂ€uschung einfach nichts mehr..... außer eben Wut und EnttĂ€uschung. Ich finde, man darf als Eltern in so einer Situation auch Beides sein, wĂŒtend und enttĂ€uscht. Ich mein, gehe ich von mir aus, ich habe meiner Tochter bestimmte Werte mitgegeben, ihn mein Weltbild vermittelt. Das darf sie annehmen, muss es aber nicht tun. Ist sie als Kind aber von mir abhĂ€ngig, stelle ich die Regeln auf, die da lauten -> Schule und Ausbildung sind Dein Job und somit Pflicht. Hintergeht mich mein Kind derartig, dann bin ich aber wĂŒtend..... und wie. Und auch enttĂ€uscht, weil ich davon ausgehen wĂŒrde, das ich einfach keine Mutter bin, die man betrĂŒgen mĂŒsste.... mit mir kann man reden, das hab ich langlĂ€ufig stĂ€ndig angeboten und ich glaube, Muckel hat das auch getan.

Da muss gar nicht mehr hinterstecken.....

Und natĂŒrlich dreht man sich nach so einem Betrug noch im Kreis, das ist ja erst zwei, drei Tage her..... und dahinter stehen monatelanger Betrug..... nicht nur ein kleiner mitgenommener Lippenstift in der Drogerie sondern schon etwas ganz anderes. "Erschleichen von Leistungen" hieße das, hĂ€tte sie ein Amt betrogen und das wĂ€re strafbar. UrkundenfĂ€lschung..... Und mit 19 hĂ€tte sie wissen mĂŒssen, was sie tut. Unwissenheit schĂŒtzt vor den Folgen nicht. Und bei mir als Mutter wĂŒrde das seine Zeit brauchen, bis das angekommen ist, bis alle Puzzleteilchen dort liegen wo sie hingehören, bis ich klar denken kann und dann handeln. Und fĂŒr mich von außen ist das, weil ich nicht persönlich betroffen bin, recht einfach. Aber mitten drin als betroffens Elternteil?

Und Hilfe von außen..... da man das Kind nicht dazu zwingen kann - was soll man also tun? Die Therapie meiner JĂŒngste war Ă€ußerst erfolgreich, und das nur aus einem einzigen Grund, weil sie sie wollte...... sie hat sie als Hilfe verstanden und angenommen, ich hĂ€tte das nie hinbekommen. Und, je Ă€lter die Kinder werden, desto weniger Hilfe von außen ist möglich, es sei denn, sie wollen diese Hilfe.

Welche Handlungsmöglichkeiten aus Reden hast Du bei einem erwachsenen Kind? Das fÀnde ich schon interessant..... und welche bleiben, wenn das Kind nicht will? Keine Frage, wenn das Kind sagt "bitte hilf mir" oder auf mein Hilfsangebot "ja!" sagt, habe ich alle Handlungsfreiheiten, aber wenn es nicht will? Machst Du Dich schuldig? Das kÀme dann wohl auf den Einzelfall an. Wenn es um Dinge wie Partnerwahl oder Verhalten geht, sind einem am Ende doch die HÀnde gebunden.

Das Kinder sich das heraus suchen, was sie grad als das Beste empfinden, wenn Eltern unterschiedlicher Meinung sind - das sehe ich nur ganz bedingt so. Mein Ex und ich haben ja auch grundsĂ€tzlich andere AnsĂ€tze, Ziele und Umgehensweisen, sie tun bei Papa andere Dinge als bei mir, aber - sie reflektieren hier auch, dass das was da lĂ€uft nicht richtig ist. Sie kĂ€men bei Papa nicht auf die Idee, zu sagen "was Du da machst find ich sch....." und bei mir auch nicht, nicht solange sie klein sind, heute aber darf ich erleben, das sie ihm Grenzen setzen und sich zurĂŒck ziehen und, ich weiß nicht warum, meine Regeln ĂŒbernehmen.... und die sind viel enger als Papas. Sie suchen sich das Beste, wenn Eltern es zulassen, dem mag ich eher zustimmen.

Dir liebe GrĂŒĂŸe
Ansa
Sei zĂ€rtlich mit den Kindern, mitfĂŒhlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmĂŒtig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon miau 20. Juli 2012 18:47

Hallo Ansa,

ganz soweit ist es ja nicht, aber mir gibt schon zu denken, wenn der andere nicht mitarbeiten will, dann wird man handlungslos. Beratung oder Therapie setzt Mitarbeit voraus, das ist richtig. Diese Seite hatte ich nicht bedacht. Trotzdem sehe ich den Blick aus einer anderen Perspektive lohnenswert an, nur ist dafĂŒr die Zeit noch viel zu gereizt, dazu mĂŒssen sich die Wogen erst ein bisschen geglĂ€ttet haben.

Und auch enttĂ€uscht, weil ich davon ausgehen wĂŒrde, das ich einfach keine Mutter bin, die man betrĂŒgen mĂŒsste.... mit mir kann man reden, das hab ich langlĂ€ufig stĂ€ndig angeboten und ich glaube, Muckel hat das auch getan.

Da muss gar nicht mehr hinterstecken.....


Das ist ja das fatale: meistens suchen dann diejenigen bei sich eine Schuld, die gar nichts fĂŒr die Misere können. Der, der am lautesten schreit, ist auch nur ein "Opfer". Die ruhigen, auf die sollte man schauen. (Vielleicht gibt es so jemanden sogar innerhalb der Familie, der bei all dem noch ruhig bleiben kann??? eher sachlich mit dem Thema umgeht, oder nach anfĂ€nglicher Wut dann recht schnell zur Tagesordnung ĂŒbergeht, nach dem Motto: "das wird sich schon von alleine einrenken." und gar nicht auf die Idee kommt, an dem ganzen beteiligt zu sein. Das Übel alles bei der Tochter belĂ€sst.)

Wer in so einer Situation nicht den Fehler bei sich sucht, auf den sollte man schauen. Denn jemand, der sich schuldig fĂŒhlt, mit dem kann man reden.

LĂ€sst ein Kind (auch in diesem Alter) nicht mit sich reden, dann braucht es Sanktionen, die auch eingehalten werden (von den Eltern). Ein junger Erwachsener, der ein ganzes Jahr daheim geblieben ist, ist auf das Geld seiner Eltern angewiesen. Was ich ĂŒber die Verwandten schrieb, dazu stehe ich immer noch.

viele GrĂŒĂŸe Micha
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa 20. Juli 2012 18:57

Liebe Micha,

LĂ€sst ein Kind (auch in diesem Alter) nicht mit sich reden, dann braucht es Sanktionen, die auch eingehalten werden (von den Eltern). Ein junger Erwachsener, der ein ganzes Jahr daheim geblieben ist, ist auf das Geld seiner Eltern angewiesen. Was ich ĂŒber die Verwandten schrieb, dazu stehe ich immer noch.


Hast Du das auch gut durchdacht? WĂ€hrend die Eltern hier eher keine Möglichkeiten haben, könnte das Kind z.B. selbst zum JuA gehen und sagen, das VerhĂ€ltnis sei total zerrĂŒttet und dann könnte sie die Eltern auf Unterhalt verklagen. Zugegeben, da es jĂŒngere Geschwister gibt, die vorrangig behandelt werden mĂŒssen, sind die Chancen vielleicht nicht so gut - aber - das wĂ€re etwas, das ich zum momentanen Zeitpunkt in gar keinem Fall in ErwĂ€gung ziehen wollte..... also, sie auf den Gedanken bringen, dass das auch ein Weg wĂ€re?

Denn dann wĂ€re das VerhĂ€ltnis so zerrĂŒttet, das sie vielleicht nicht die Hilfe bekommen wĂŒrde, die sie brĂ€uchte und die sie Zuhause bekommt.

Ansonsten kann ich Deinem letzten Posting nicht widersprechen. ,) ich glaube auf gar keinen Fall, lassen Muckel und ihr Exmann hier alles beim Kind, noch geht es darum, so scheint es mir, das die Tochter einsieht, das sie Murks gebaut hat, und, das sie verantwortlich ist, weil sie gehandelt hat. Solang das nicht der Fall ist, hilft vermutlich eh nichts....

Aber, vielleicht weiß Muckel ja bereits mehr.

Dir einen schönen Abend
Ansa
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon miau 20. Juli 2012 19:06

Hallo Ansa,

tja, das ist halt das Internet. Geld, keine Autofahrten, oder umgekehrt etwas tun. So aus der Ferne ist das ganze schwer einzuschÀtzen.

viele GrĂŒĂŸe Micha
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Re: Wut, EnttÀuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus 20. Juli 2012 19:08

Hallo alle miteinander!

Herrje - um was geht es hier eigentlich noch?
Bitte nicht falsch verstehen. Aber ich wollte nicht, dass dieser (mein) Threat so ausartet, dass es fast schon zum Streit kommt, weil die Ansichten anscheinend so verschieden sind.

@ miau
Du hast mich gefragt, wie es mir dabei geht. Dazu habe ich mehrfach etwas geschrieben.
Ich bin mittlerweile mehr enttĂ€uscht, als noch wĂŒtend.
Du sagst, ich soll auf meine innere Stimme hören. Glaub mal, das tue ich seit Dienstag stĂ€ndig. Eigentlich drehen sich meine Gedanken und GefĂŒhle nur noch um das Geschehene. Zum einen frage ich mich, wie ich meinem Kind nun helfen kann. Zum anderen frage ich mich, wie ich als Mutter damit umgehen kann und soll. Und zwar so umgehen kann, dass ich damit zurecht komme, meinem Leben, meinem Alltag, den Geschwisterkindern, meiner Ehe weiter gerecht werde, ohne meine Älteste dabei aus den Augen zu verlieren.
Ich gebe Ansa uneingeschrĂ€nkt recht, wenn sie sagt, es wird so selten nach den Eltern gefragt. Immer stehen die Kinder im Mittelpunkt. Aber gebe ich denn mein Leben, meine GefĂŒhle, meine Gedanken, meine WĂŒnsche auf in dem Moment, in dem ich Mutter werde? Nein - ich bin immer noch ich und ich bin Mensch.
Mit diesem Threat ging es mir - als ich ihn schrieb - nicht darum, Hilfestellungen fĂŒr meine Tochter zu finden, sondern Hilfe und Rat fĂŒr mich. DafĂŒr war natĂŒrlich Vorraussetzung, dass ich die Geschichte niederschreibe.
Und noch einmal gebe ich Ansa recht. Hier zu Hause, in der Familie wird alles getan um meiner Tochter zu helfen. Wir - mein Exmann und ich - machen uns gemeinsam Gedanken darĂŒber, wie es fĂŒr sie und mit ihr weitergehen soll und auch wenn wir vielleicht nicht immer einer Meinung sind bzw. andere Ansichten haben, so arbeiten wir gemeinsam fĂŒr unser Kind. Ihm steht seine Meinung genau so zu, wie mir die meine und sollten unsere Meinungen da nicht direkt ĂŒbereinstimmen, so werden wir einen Konsenz finden. Das haben wir bisher immer geschafft und wir werden das auch diesmal schaffen.

Ob es Hilfe familienintern geben kann ... entschuldige, aber dieses Urteil steht dir nicht zu. Dazu weißt du einfach zu wenig ĂŒber uns und auch ĂŒber die Familie.
Ich sage es noch einmal, wir werden als Familie - auch mit den betroffenen Tanten und Onkel - einen Weg finden und sollten wir der Meinung sein, dass fachmĂ€nnische Hilfe von außen nötig sein sollte, so werden wir versuchen, unserer Tochter diesen Weg aufzuzeigen. Und wieder gebe ich Ansa recht. Eine Therapie kann nur gelingen, wenn meine Tochter diese Hilfe auch annehmen möchte. Ansonsten gibt fĂŒr eine Therapie keine Chance.

@ Ansa
Ich ĂŒberlege, ob es nicht ratsam wĂ€re, diesen Threat zu schließen, weil er mir mittlerweile zu weit an meinem eigentlich Anliegen vorbei geht.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

P.S.
@ Tami
Ich danke dir fĂŒr deinen Post und deine lieben WĂŒnsche. Dir und deiner Familie wĂŒnsche ich einen wunderschönen Urlaub mit vielen guten Gedanken und GefĂŒhlen und hoffentlich mit gaaaaaaannnnnzzzz viel Sonne :)

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel LĂ€rm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lĂ€sst das Haus stumm zurĂŒck, dass Du denkst, du wirst verrĂŒckt.
v. John Andrew Holmes, amerik. Publizist
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