Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Der Treffpunk fĂŒr Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

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Beitragvon Emme 30. Juli 2014 17:42

Hallo alle zusammen,

ich freue mich, dieses Forum entdeckt zu haben und hoffe auf ein bisschen Rat und Austausch.
Ich habe seit fast zwei Jahren einen Partner, der einen zehnjÀhrigen Sohn aus seiner letzten Beziehung hat. Wir wohnen zusammen, der Sohn, Ben, ist ca. jedes zweite Wochenende bei uns.
Mit Ben komme ich gut zurecht, nur in unserer Partnerschaft rasselt es ganz gern mal im Karton bevor Ben bei uns ist. Da habe ich jedes Mal das GefĂŒhl, sofort von dem Platz, den ich eigentlich im Alltag in unserer Partnerschaft habe, auf den der zweiten Geige verbannt zu werden. Es ensteht fĂŒr mich auch immer der Eindruck, als wĂ€re mein Partner nur dann "ganz" wenn sein Kind da ist. Er sagt mir sehr oft, wie sehr er ihn vermisst und dass er ihn zu selten sieht. Mein Partner ist sehr eingespannt, somit muss er eigentlich immer, wenn Ben nicht da ist, am Wochenende arbeiten, wodurch ich selbst recht wenig wirklich freie Zeit mit ihm habe.
Mein Partner ist ein guter und aufmerksamer Mann, wir streiten eigentlich nie, nur wenn es um Ben geht, da kommen wir nicht auf einen Nenner, was eindeutig nicht an Bens Verhalten liegt. Der ist lustig, klar, manchmal auch frech, aber was soll man von einem zehnjĂ€hrigen anderes erwarten, wĂ€re ja komisch wenn nicht :-) und sehr aufgeweckt. Wir fĂŒhren oft richtig gute GesprĂ€che, wenn ich mir Abends eine halbe Stunde Zeit nehme, um mit ihm am Bett noch zu quatschen, wir albern rum und verstehen uns insgesamt gut. Manchmal nervt es mich, dass wir nicht die normalen PĂ€rchen-Dinge tun können wenn er da ist, doch damit kann ich leben und meine Einstellung ihm gegenĂŒber hat sich innerhalb der letzten Zeit sehr zum Positviven verĂ€ndert, da hatte ich Anfangs wesentlich mehr dran zu knabbern.
Ich finde es so schwierig, meine GefĂŒhle zu beschreiben in Bezug auf meine Partnerschaft und frage mich, ob das, was ich da empfinde, Eifersucht ist. Das man auf das Kind des Partners nicht eifersĂŒchtig sein sollte ist mir total bewusst. Trotzdem ist es schwierig fĂŒr mich, dass mein Partner mir sagt, dass er seinen Sohn ĂŒber alles liebt. Einerseits ist mir klar, dass er sein Kind auf der Eltern-Kind Ebene liebt und mich auf der Paar-Ebene. Doch kann man da nicht jeden auf der Ebene ĂŒber alles lieben? Es versetzt mir einfach einen Stich, wenn er das sagt und ich frage mich, was ich dagegen tun kann. Er sagte mir auch, dass es ja schade um unsere Beziehung wĂ€re wenn wir das Thema nicht in den Griff bekommen wĂŒrden, da wir uns ja sonst so gut verstehen. Da denke ich mir "ich kann eine ganz tolle Partnerin sein, die hinter ihm steht, sich auf sein Kind einlĂ€sst, mit der er sich gut unterhalten kann, die ihm bei allem zur Seite steht- doch wenn es nicht klappt, dass wir uns in Bezug auf Ben nicht mehr streiten macht unsere Beziehung keinen Sinn?" Das hat mich ein bisschen umgehauen... Wir sind ja auch noch nicht so lange eine Patchwork Familie... ich habe schon öfters gelesen, dass es wirklich lange dauert, bis das geschmeidig lĂ€uft und selbst da knallt es mal. Ich bin verunsichert und hoffe auf ein bisschen Rat von euch.

Viele GrĂŒĂŸe
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Emme 31. Juli 2014 09:51

Ein kleiner Nachtrag zu meinem Beitrag: ich hatte ein wirklich konstruktives GesprĂ€ch mit meinem Partner. In dem haben wir einige Punkte schon mal klĂ€ren können. Es war von seiner Seite aus nicht so gemeint, dass unsere Beziehung dann keinen Sinn machen wĂŒrde. Sondern eigentlich sehr positiv und liebevoll, dass es etwas ist, an dem wir arbeiten mĂŒssen (was ich genau so sehe) und er denkt, dass wir das auf jeden Fall hinbekommen. Das finde ich schon mal toll!
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Ansa 11. August 2014 18:46

Hallo und Willkommen bei uns Emme,

ich hab so sehr gehofft, das sich die ein oder andere Neufrau hier mal meldet und etwas dazu schreibt. Und ich freue mich, das Ihr ein konstruktives GesprĂ€ch fĂŒhren konntet.

Wie lÀuft es denn im Augenblick? Hast Du den Eindruck, es wird besser oder wartest Du noch auf ein Kinderwochenende?

Viele GrĂŒĂŸe
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Emme 12. August 2014 17:56

Hallo Ansa,

danke fĂŒr Deine Antwort! Es ist schön, dass jemand auf meine kleine Geschichte reagiert! Ja, das GesprĂ€ch war wirklich gut, doch um ehrlich zu sein warte ich noch auf das Kinderwochenende, das ferienbedingt noch etwas auf sich warten lĂ€sst. Was an dieser Situation wirklich traurig ist, ist dass wir uns immer wirklich toll verstehen, sehr liebevoll miteinander umgehen, doch wenn es an dieses Thema geht sind wir beide schnell aufgebracht und verhalten uns komplett anders. Ich wĂŒrde gern an mir arbeiten, ohne die SĂ€tze zu hören, die man halt immer so hört - es war Dir klar, dass es das Kind gibt, nun musst Du damit zurecht kommen... das Kind wird immer wichtiger sein als Du... das Kind kommt immer an erster Stelle.... hĂ€ttest Du Dir halt einen Mann ohne Kind gesucht....und des weiteren mehr, was man zu hören bekommt wenn man Rat sucht. Doch kann man wissen, wie sich etwas anfĂŒhlt, bevor man es erlebt? Und warum sollte ich auf diesen wunderbaren Mann verzichten, nur weil er ein Kind hat - selbst wenn ich nicht so gut damit zurecht komme wie ich es mir wĂŒnschen wĂŒrde? Ich wĂŒrde mich auch freuen, wenn andere Frauen, die sich in der selben Situation befinden, melden wĂŒrden. Es gibt so viele Foren, in denen Frauen, die einen Mann mit Kind haben schreiben "ich wĂŒnschte es gĂ€be dieses Kind nicht, ich komme nicht zurecht usw". Ja, diesen Wunsch kenne ich... nicht, weil ich ihn nicht mag, sondern weil es so viel einfacher wĂ€re ohne und er (ganz ehrlich gesagt) mein Leben auch nicht so bereichert, wie es bei leiblichen Eltern sicher der Fall ist. Doch diese Gedanken möchte ich nicht denken. Ich muss kein Kinder-Fan werden, die mit Vorliebe auf dem Sofa sitzt und Trickfilme guckt, doch es muss möglich sein, in Frieden zu leben und das beste aus dieser doch sehr besonderen Situation zu machen...dafĂŒr erhoffe ich mir hier Rat und ein paar Erfahrungsaustausche. Das Kind wegzuwĂŒnschen wird mich nicht weiterbringen, sonst renne ich etwas hinterher, was es in dieser Form einfach nicht gibt.
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Ansa 13. August 2014 08:52

Guten Morgen Emme,

schön, das Du noch da bist. Ja, ich kenne das "wenn es doch dieses Kind nicht gĂ€be" und das Kind denkt oft "wenn doch alles so wĂ€re wie frĂŒher" und alle Beide vergessen, das es eben ein Wunschtraum aus der Kategorie "unerfĂŒllbare TrĂ€ume" ist.

Eines ist vorab zu sagen, die Liebe zwischen Eltern und Kind ist eine ganz andere Liebe als die zwischen Partnern. Und noch eines, und deshalb haben Kinder oftmals Vorrang - wĂ€hrend Du in der Lage bis, allein zu leben und Deinen Alltag zu bewĂ€ltigen und Dich frei entscheidest, ob und wie Du Leben willst und eine Beziehung gestalten magst - können Kinder das nicht. Ich bin meinem Liebsten (der uns als Gebrauchtfamlie mit drei Töchtern ein wundervoller Alltagsvater und Partner geworden ist) zutiefst dankbar, das er diesen Punkt nie eingefordert hat. Nie stand irgendwann irgendwie zur Debatte "sie oder ich" - ich hĂ€tte mich immer fĂŒr meine Töchter entscheiden können, sie hatten ja nur mich...... und sie hatten oft Vorrang, immer wenn eine mal ein Tief hatte - ging das vor, sie hatten ja, wie gesagt nur mich und spĂ€ter auch meinen Liebsten. Aber bei uns war es auch noch anders, denn wir haben zusammen gelebt.

Kein Vorwurf, nur ein Blickwinkel. Und schau mal, wieviel Zeit verbringt ihr zwischen den Kinderlosen Tagen gemeinsam fĂŒr Euch? Wie wenige Tage haben hier Vater und Sohn miteinander? Kein Elternteil der sich jemals gern und bewusst fĂŒr Kinder entschieden hat, hatte den Plan ohne sie zu leben, zerbricht eine Beziehung bleiben die Kinder da einfach auf der Strecke. Es wird fĂŒr sie entschieden, ob sie wollen oder nicht. Ich kann schon verstehen, dass Dein Liebster Sehnsucht hat und an diesen wenigen Tagen mit seinem Sohn glĂŒcklich ist.

Und, der ist erst 10 - Du hast alle Möglichkeiten eine Freundin fĂŒr ihn zu werden. Du musst Dich nicht auf Biegen und Brechen zum Trickfilmfan machen :D gar nicht. Klar, Du kannst Vorschlage machen, so ein Wochenende planen, raus in die Natur (das lieben eigentlich alle Kinder) und barfuß ĂŒber die Wiesen laufen - ist auch fĂŒr Große mal wieder ein spaßiges Erlebnis. Irgendwo einkehren und dann bleibt auch Zeit fĂŒr Zwei, nebenbei.... Es gibt so einiges, was man unternehmen kann und das auch wenig kostet. Vielleicht auch einfach mal zusammen spielen? Gemeinsam kochen - was meint Dein Freund zu so etwas?

Oder aber Du planst so ein Wochenende mal mit Auszeit fĂŒr Dich? Fahr ne Freundin besuchen.... back den Beiden vorher einen Kuchen oder mach etwas cooles zum AufwĂ€remen fertig (um Deinem Liebsten zu zeigen, das Du ihn unterstĂŒtzt) und fahr einfach mal weg..... das machen so einige Neupartnerinnen - Luft holen, durchatmen und Zeit fĂŒr sich nutzen. Und die MĂ€nner machen sich ein MĂ€nnerwochenende, ich kann mir vorstellen, das sie das mal schĂ€tzen. Und hinterher kann man sich viel erzĂ€hlen.

Erst mal nur so ein paar Gedanken

Ansa
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Emme 13. August 2014 10:59

Guten Morgen Ansa,

danke fĂŒr Deine Antwort!! Die Debatte „er oder ich“ fĂŒhre ich auch nicht. Ich wĂŒrde auch keinen Mann wollen, der sich nicht um sein Kind kĂŒmmert, selbst wenn das gerade manchmal der Punkt ist, der es schwierig macht.
Ich fand Deinen Satz interessant, dass kein Elternteil freiwillig auf das Kind verzichtet, es ist nur etwas, das notgedrungen bei Trennungen geschieht

Etwas Ähnliches hat mein Partner zu mir gesagt – ich wollte Ben nicht verlassen, sondern meine Ex! Das ist natĂŒrlich der Punkt, es ist ja (im besten Fall) nicht so, dass ein getrennter Vater sich schĂŒttelt und sagt super, nun kann ich machen was ich will und muss mich auch nicht mehr um mein Kind kĂŒmmern.. Diesen Gedanken sollte ich behalten und er zeigt die Situation sehr gut, in der ein getrenntes Elternteil steckt.
Ich denke es ist ein großer Unterschied, ob das Kind im Haushalt lebt oder nicht. Zuhause ist Ben viel unterwegs, trifft Freunde und ist in vielen Bereichen schon selbstĂ€ndiger, als er es bei uns ist. An den Kinderwochenenden trifft sich Ben nicht mit seinen Freunden, da er sich da auf Papa konzentrieren möchte, ebenso lĂ€dt Papa niemanden ein, da er sich auf Ben konzentrieren möchte. An diesen Wochenenden dreht sich alles um Ben, wahrscheinlich mit ein Punkt, der es schwierig macht fĂŒr mich. Ich bin ja sonst die Person, die die Aufmerksamkeit von meinem Partner bekomme- kaum ist Ben da Ă€ndert sich das blitzartig. Das ist sicher normal und ich möchte einfach lernen, gelassen damit umzugehen. Ich unternehme viel mit den beiden an den Wochenenden, da hat sich schon viel getan. FrĂŒher waren es eher viele Tage unter der Woche, dass Ben bei uns war. Nun hat es sich auf ziemlich regelmĂ€ĂŸig jedes 2. Wochenende eingependelt (wobei das meist schon Mittwoch oder Donnerstag startet). FrĂŒher habe ich drauf geachtet, immer weg zu sein, wenn es ein Kinderwochenende gab. Mittlerweile unternehme ich auch gern was mit den beiden. Wir machen oft recht schöne Sachen. Freizeitpark, Tierpark, etc. und mein Partner, Stefan, legt viel Wert darauf, dass ich mitkomme, akzeptiert aber auch, wenn ich etwas anderes vorhabe.
Ich finde von den Ausgangsvoraussetzungen sind wir eigentlich in einer guten Position. Die Exfreundin ist einigermaßen entspannt (mittlerweile, auch da gab es sehr viele Reibereien anfangs
), Ben ist gut drauf (wobei ich schon denke, dass die Trennung und die neue Situation ihm oft zu schaffen machen
), mein Partner bezieht mich sehr mit ein, ich höre oft „Du, da musst Du Steffi fragen, die weiß das“ oder „guck mal, Steffi hat fĂŒr uns was leckeres gekocht“, was ich wirklich zu schĂ€tzen weiß. Oder beide machen unisono „oooohhhhh, Du bist heute Abend gar nicht da??? Schaaaaaaaade“, was wirklich so sĂŒĂŸ ist, ich bin immer ganz gerĂŒhrt, natĂŒrlich kichern sie sich eins und freuen sich ein bisschen, dass sie sturmfrei haben, typisch Jungs, doch ein bisschen schade finden sie es wirklich . Ben und ich unterhalten uns oft gut, gehen uns zwar auch mal auf den Keks, doch das ist kein Ding.
Und trotz all dieser auch schönen Dinge habe ich oft vor dem Kinderwochenende das GefĂŒhl, mir drĂŒckt jemand das Herz zusammen. Diesem GefĂŒhl möchte ich auf den Grund gehen und Möglichkeiten finden, es hinter mir zu lassen. Es passiert auch öfters, wenn die Sprache auf die Ex oder Ben kommt, oder wenn ich z.B. höre „ich stehe schon mal auf, ich will mich noch mit Ben beschĂ€ftigen, ich seh ihn doch so selten“ oder wenn Stefan die Ex und Ben zum Flughafen fĂ€hrt, oder oder oder
 Die Situationen sind also schon hĂ€ufig und manchmal habe ich das GefĂŒhl, die beiden sind sich selbst so genug

Oft denke ich dann „ich bin froh, wenn Ben grĂ¶ĂŸer ist und ein bisschen selbstĂ€ndiger ist und fĂŒr ihn auch andere Dinge in den Vordergrund rutschen, wie z.B. seine Freunde
“ Doch ich komme natĂŒrlich auch nicht weiter, wenn ich mir bei einem zehnjĂ€hrigen Kind vorstelle, wie es ist wenn er Jugendlich ist
 das bringt mir fĂŒr die aktuelle Situation wenig, lĂ€sst mich nur denken „es wird nicht ewig so weitergehen, dass es fĂŒr Ben am Kinderwochenende nur Papa gibt und sonst nichts“
 und manchmal hilft mir das.
Die Zeit, die Du erwĂ€hntest, die wir haben, wenn Ben nicht da ist, ist leider rar. Wenn Ben nicht da ist muss Stefan fast immer am Wochenende arbeiten, unter der Woche hat er auch oft Abends noch Schicht. Urlaub zusammen ist auch rar, da er sich nicht so viel frei nehmen kann und Ben ja auch in den Ferien betreut werden muss. Der Zeitplan wird immer um die Schichten der Ex und um Ben gestrickt, sie sagt an wann er bei uns ist und Stefan richtet sich danach und legt seine Abendschichten und andere Sachen, die erledigt werden mĂŒssen, drum herum. Das ist manchmal auch schwierig fĂŒr mich. Ich wĂŒnsche mir freie Zeit mit meinem Partner, doch die hat er eben oft nur, wenn Ben da ist...

Wie alt waren Deine Kids, als Dein Liebster zu euch gestoßen ist?

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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Ansa 14. August 2014 10:15

Hallo Emme,

ja, jetzt verstehe ich so langsam, was Dich bewegt. Alle freie Zeit wird fĂŒr den Sohn und um den Sohn geplant und dessen Mutter "schreibt" sie quasi auch noch vor - jedenfalls orgnisiert sie sich um ihre Arbeit herum. Das mag manches Mal schwer fallen, besonders, da sich Dein Liebster fĂŒr Dich eben diese Zeit nicht so nimmt bzw. plant.

Ansonsten klingt alles gut, ihr kommt miteinander aus, es ist Sympathie auf allen Seiten vorhanden, Dein Liebster macht etwas ganz Wesentliches richtig, er bezieht Dich ein, "hilft" sogar indem er sagt "musst Du Steffi fragen" - das ist unbezahlbar, denn sehr viele VĂ€ter machen den Fehler, sich aus so etwas raus zu halten, da werden Kinder oftmals wortĂŒbrgiffig und anstatt das der Vater sagt "ich möchte nicht, das Du so mit Steffi (ich bleib mal dabei) redest" sagt er nichts und dann - wird es richtig schwer..... von daher wĂŒrde ich, aus dem was Du erzĂ€hlst, schon schließen, das Ihr auf einem richtig guten Weg seid.

Oh und ja, das es fĂŒr Beide Vater-Sohnwochenenden und sonst nix gibt - das wird sich verĂ€ndern, mit großer Wahrscheinlichkeit. Von daher ist es eine schöne und intensive Zeit und der große Vorteil ist eben auch, Ben ist erst 10 - eine unglaublich gute Zeit um Freundschaft zu schließen,noch keine PubertĂ€t oder Abgrenzung, sondern einfach noch einiges an Unvoreingenommenheit. Diese Zeit wird vergehen, je Ă€lter er wird, dann werden andere Dinge wichtig, Freunde, Sport und was da noch wartet, wenn man Ă€lter wird.

Meine MĂ€dchen waren 8, 11 und 12 - grade noch eine gute Zeit..... und mein Liebster hat es gut hinbekommen, aber wie gesagt, wir leben auch Alltag mit einander und er arbeitet unter der Woche im Europ. Ausland, ist also nicht immer hier, obwohl wir auch so eine Zeit hatten,e r hat Haushalt und Kinder gehĂŒtet und ich war arbeiten. Das hat zusammen geschweißt.

Vielleicht kannst Du mit Deinem Liebsten reden, das Ihr Euch einen Tag, Abend, Vormittag an den Kinderfreien Wochenende fĂŒr Euch Zeit nehmt, einen festen Kinoabend oder einen Spaziergang durch die Satdt mit Essen gehen, Paarzeit - das ist schon wichtig. Sprich Ihn doch mal drauf an? Und schlag auch vor, das Du etwas planst... um ihn zu entlasten?

Bei uns gibt es solche Rituale auch, wir gehen morgens gemeinsam mit unserem Hund spazieren, wenn der Liebste hier ist, frĂŒhstĂŒcken in Familie (zwei meiner Töchter sind bereits ausgezogen und sie kommen Samstags immer, wenn es ihnen möglich ist) und dann gehen wir zu zweit Einkaufen. Klingt nach nicht viel, aber es ist ein wenig von dem Alltag, den er mitbekommt und uns ist diese Zeit wichtig. Heute haben wir sehr viel mehr zeit als zu Beginn und wir schĂ€tzen diese sehr.

Liebe GrĂŒĂŸe
Ansa

P.S. ach ja, VÀter und Söhne, das ist schon etwas Besonderes und, wenn es Dein Sohn wÀre, fÀndest Du das vermutlich ganz besonders nett.... :umarmen:

P.P.S. falls ich nicht sofort antworte, nĂ€chstes Mal - bin grad ein bissi im Stress, Sonntag fliegt meine JĂŒngste fĂŒr ein Jahr nach Japan, und wir fahren Montag fĂŒr 14 Tage nach Schweden, dort hab ich Internet und bin auch wieder da.... ,)
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Emme 14. August 2014 18:04

Hallo Ansa!

Es ist schön, mit Dir zu schreiben! Ich musste ein bisschen grinsen bei der Aussage „wenn es Dein Sohn wĂ€re fĂ€ndest Du es vermutlich ganz besonders nett“ – und wie :-D Besser geht es ja eigentlich nicht.
Aber Du hast das Problem gut erkannt (das ist natĂŒrlich nicht das einzige Problem aber macht einen großen Teil aus)
 es werden mir die Termine immer so ĂŒbergestĂŒlpt. Anfangs war es sehr schlimm, da hat die Ex uns Ben aufs Auge gedrĂŒckt, wann es ihr gepasst hat und solange es ihr gepasst hat. Da habe ich irgendwann mit Stefan gesprochen und gesagt, dass das so nicht geht und ich wenigstens ein paar Dinge gern geregelt hĂ€tte. Das hat er auch angesprochen bei seiner Ex, obwohl er sich ganz schön was anhören musste dafĂŒr. Das klappte auch einen kurzen Zeitraum, da hatten wir ihn jedes zweite Wochenende, eigentlich immer so von Mittwoch oder Donnerstag an. Oft ist es leider dennoch so, dass sie jobbedingt ĂŒber meine persönliche WohlfĂŒhl-Grenze hinausgeht, was die Dauer von Bens Leben bei uns sein angeht.
Ich merke so nach drei, vier NĂ€chten, dass es mir einfach reicht. Dann habe ich genug von WĂ€rmflaschen machen, Kinderthemen hören, die Ex meldet sich hĂ€ufig wegen irgendwelcher organisatorischer Dinge etc. Dann bin ich froh, wenn ich mein normales Leben wieder habe. Anfangs war Ben auch ganz gern mal so 8 NĂ€chte am StĂŒck bei uns. FĂŒr mich war das nicht so toll. FĂŒr Stefan natĂŒrlich schon, endlich Alltag mit Ben.
Im Moment geht es wieder mehr in die Richtung halber Monat. Jetzt waren ja Ferien aber schon die nĂ€chsten Monate wurden angekĂŒndigt mit „so viel Arbeit, da muss Ben sehr viel zu euch.“ Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Es bringt natĂŒrlich nichts, wenn ich Stefan nun noch Feuer unter dem Allerwertesten mache, der kann das nicht wirklich beeinflussen denn sollte er sich weigern, ist das Kind nicht betreut und er möchte sich ja gar nicht weigern, er liebt ihn ja. Bei mir gehen allerdings bei Aussagen wie „Ben muss wohl einen halben Monat betreut werden und bei uns sein“ alle Alarmglocken an und das Herz zieht sich wieder zusammen und ich wĂŒrde am liebsten auf eine einsame Insel auswandern. Das klingt so hĂ€sslich, doch ich selbst möchte keine Kinder und tue mich mit EinschrĂ€nkungen den halben Monat echt schwer. Der halbe Monat findet nicht am StĂŒck statt aber das macht es auch nicht einfacher.
Wir nehmen uns PÀrchenzeit, wann es irgendwie geht, doch so richtig geht es eigentlich recht selten
 Vor allem wenn es sich mit der Betreuung so verhÀlt wie es jetzt aussieht

Ich bin ein wenig ratlos.
Doch es tröstet mich, dass es z.B. bei Dir toll geklappt hat mit den MĂ€dels und Deinem Liebsten!! Vielleicht haut das bei uns ja auch gut hin, wie Du schon geschrieben hast, wir schlagen uns ganz wacker, doch viel davon ist bei mir auch wirklich abhĂ€ngig von der Zeit, die Ben bei uns ist... Wenn es ĂŒberhand nimmt fĂŒhle ich mich wie in einem KĂ€fig. Das klingt melodramatisch aber manchmal wĂŒnschte ich mir, wir hĂ€tten die Situation jedes zweite Wochenende, fertig. Ich hoffe auf Besserung, wenn Ben auch mal alleine bleiben kann. Wann das sein wird weiß ich natĂŒrlich nicht und flĂŒchte mich damit schon wieder in die Zukunft, wie so gern "wenn er erst mal Ă€lter ist" :D


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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Ansa 17. August 2014 07:33

Hallo Emme,

ja ich weiß was Du meinst, ich empfand das frĂŒher durch meinen Exmann wie "fremdbestimmt" und "ĂŒbergestĂŒlpt" - jemand hier aus dem Forum nannte das einmal "fremdgestört....." dsa hat etwas in mir bewegt und ich konnte etwas spĂ€ter besser damit umgehen.

Bei uns war es so, das der Vater sĂ€mtliche Termine koordinierte, derweil er unsere Kinder und die seiner Liebsten in den Wochenenden organisisierte und die sie an den Wochenenden entweder alle Kinder hatten (im Alltag hatten sie natĂŒrlich ihre Kinder immer) oder keine. Das war nicht immer einfach, weil ich selten Möglichkeiten hatte, zu tauschen oder das mal anders zu wĂŒnschen.

Mit Kindern ist das Leben aber sowieso nir wirklich planbar oder organisierbar, im Alltag geht das unter, als Eltern gewöhnt man sich daran und Eure Mutter, hey, wie sĂ€he die Alternative aus? Ich glaube, sie wĂŒrde alternativ nicht arbeiten gehen, mehr Unterhalt fordern oder sich sonstwie schrĂ€g einbringen? Denk einfach mal darĂŒber nach? Klar ist das auf eine Art belastend, wenn sie viel und unregelmĂ€ssig arbeitet und man sich darauf einstellen muss aber andererseits ist das großartig und auch Ben lernt daraus, das Arbeit etwsa Wichtiges ist. Man sollte das fĂŒr Kinder und Jugendliche nicht unterschĂ€tzen.

Vielleicht fÀllt es Dir so ein wenig leichter damit umzugehen?

Dir liebe GrĂŒĂŸe und ich freue mich auch darĂŒber, mit Dir zu plaudern.

Ansa
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Emme 19. August 2014 10:37

Liebe Ansa!
Ich hoffe Du hast einen tollen Start in Deinen Urlaub gehabt und der Abschied der Kleinsten fiel nicht so schwer!!
Hm, der Gedanke, dass Ben lernt, dass Arbeit wichtig ist indem ich meine magere Freizeit mit meinem Partner noch mehr einschrĂ€nke ist leider fĂŒr mich kein besonders tröstlicher Gedanke. Ich möchte kein Kind den halben Monat im Haus. Das habe ich von Anfang an gesagt und ist fĂŒr mich auch ein wichtiger Punkt, um mit dieser Situation zurecht zu kommen. ZusĂ€tzlich kann ich das ewige Hin und Her auch fĂŒr Ben selbst nicht so toll finden. Ein planbares Kinderwochenende alle zwei Wochen wĂ€re da schon mein Traum
 ich ĂŒberlege einfach, ob das wirklich so unrealistisch ist bzw. zu viel von mir gewĂŒnscht. Die Alternative erscheint mir relativ simpel – sie ĂŒberlegt sich, wie Ben betreut werden kann, wenn sie z.B. bis 21:00 Uhr arbeitet, damit diese Schichten nicht automatisch bedeuten, dass wir ihn dann haben. Wir wollen auch mal nicht vergessen, dass sie den kompletten Unterhalt + Kindergeld bekommt und Stefan zu außergewöhnlichen Ausgaben wie Reisen oder Anschaffungen anstandslos noch Extrageld dazu gibt (ist ja auch nur fair
 es kostet ja alles sehr viel). Doch wenn Ben den halben Monat bei uns essen und wohnen soll finde ich das alles nicht mehr so fair. Dann wĂŒrde ja das Wechselmodell in Kraft treten, da wĂŒrde sie weniger Geld bekommen – ob sich dann all diese Schichten noch lohnen wĂŒrden wage ich zu bezweifeln. Es ist natĂŒrlich einfach schwierig, alle BedĂŒrfnisse unter einen Hut zu bekommen. Die Mutter möchte auch mal frei bzw. muss arbeiten (in der Gastro, das ist natĂŒrlich sehr unregelmĂ€ĂŸig) und muss die Kinderbetreuung gewĂ€hrleisten. Ben möchte natĂŒrlich Zeit mit Papa und er auch mit ihm, ich möchte Zeit mit meinem Partner und ein ĂŒberschaubares Maß an Kindertagen. So hat jeder seine WĂŒnsche und Vorstellungen. Im Moment sieht es auch so aus, als wĂ€re die Anzahl der Kindertage im kommenden Monat ĂŒberschaubar, wobei ich mich frage, warum dann vorher so ein Fass aufgemacht wird mit der Info dass wir ihn einen halben Monat haben werden
 Manchmal bin ich mir nicht so sicher, ob die Ex nicht einfach ein bisschen Unruhe reinbringen möchte. Sie weiß einfach, wie sie mich packen kann
 selbst wenn wir nichts miteinander zu tun haben. Ich sollte eigentlich mal lernen, entspannter damit umzugehen
 doch ich lasse mich immer wieder anstecken von dieser „viel Betreuungs-Panik“.
Naja, wir werden sehen und ich hoffe auf eine entspannte Zeit.
Viele liebe GrĂŒĂŸe
Emme
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Ansa 22. August 2014 06:45

Guten Morgen Emme,

ich verstehe Deinen Unmut, Ansprachen sind schon etwas, das ich persönlich sehr schĂ€tze und wenn sich die Dinge gegensĂ€tzlich entwickeln brauche ich meine Zeit um einen Weg fĂŒr mich zu finden.

Hier ist es schwer, denn es geht um das Kind Deines Partners und wenn sich hier solche Dinge wie Wechselmodelle ergeben und Du so nicht leben willst (was Du darfst, keine Frage) dann ist es doch an der Zeit, deutlich mit Deinem Partner darĂŒber zu reden und die Dinge klar zu stellen, leider mit allen möglichen Konsequnezen. Denn still halten und zusehen bringt Dich persönlich ja nicht weiter.

Andererseits musst Du auch einfach noch einmal darĂŒber nachdenken, ob der Kleine nicht vielleicht auch eine Bereicherung in Deinem/Eurem Leben ist? Er ist einfach ein fester Bestandteil in Eurem Leben und nicht verhandelbar. Am Ende ist er der Leidtragende - klingt vielleicht hart - aber er hat nichts von all dem gewĂŒnscht oder geplant oder kann ĂŒberhaupt darĂŒber entscheiden, das kannst Du aber tun.

Du kannst Dich auch entscheiden, das alles so, wie es ist, okay ist und gut fĂŒr die Beteiligten, besonders fĂŒr den Kleinen und Deinen Liebsten und das Du ihm das ermöglichst.....

Liebe GrĂŒĂŸe
Ansa
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Emme 27. August 2014 18:02

Hallo Maxi,

wie schön, dass Du geschrieben hast!
Wie alt war denn das Kind Deines Mannes als ihr zusammen gezogen seid? Ich finde Deine Worte herzerfrischend ehrlich und auch recht unbeschönigt, was ich immer schÀtze Wie war das bei euch anfangs und wie bist Du damit zurecht gekommen?
Ja, dass Kinder das Herz anders rĂŒhren als z.B. man selbst merkt man. An den verschiedensten Reaktionen auf verschiedenste Dinge. Von „das Kind zu wenig sehen“ ĂŒber enttĂ€uscht sein, wenn z.B. nur einsilbige Antworten kommen wenn man schreibt.
Bei sehr vielen Dingen bin ich kompromissbereit und habe mich schon an vieles gewöhnt. Ben allerdings auch. Der war anfangs manchmal echt stoffelig, hat sich kaum ein „hallo“ rausgewĂŒrgt, nun darf ich ihn zur BegrĂŒĂŸung und zum Abschied schon knuddeln und er fragt immer wo ich bin wenn ich nicht da bin.
Das dieses Kinderthema einen ganz schön durchbeutelt ist echt Wahnsinn. HĂ€tte ich damals nie gedacht, und es stellt einen vor mehr schwierige Aufgaben als man denkt. Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, mein Partner wĂŒrde mir in gewisser Weise in den RĂŒcken fallen wĂ€re ich glaube ich schon nicht mehr da. Manchmal denk ich auch „ich schmeiß alles hin. Dann kann er Ben sonst wie oft sehen ohne dass er sich mit jemandem absprechen muss und ich muss mich nicht mit diesem ewigen Theater herumschlagen“.
Was mich auch immer wieder erstaunt: es ist nicht Ben, der nervt und deswegen streitet man, sondern es sind die Dinge, die auf anderen Ebenen passieren. Meine GefĂŒhle wenn ich merke, dass mein Partner keine Ruhe findet und sich mit der Situation nicht abfinden kann, dass er Ben nicht mehr so oft sieht wie frĂŒher. Er sagt er sieht Ben zu wenig (was wahrscheinlich auch stimmt, doch er muss ja an den WE, an denen er Ben nicht hat, arbeiten), vermisst ihn und es wird irgendwie nicht besser. Manchmal frage ich mich, ob das allen getrennten Elternteilen so geht. Kann man sich mit dieser Situation nicht abfinden? Kann ein getrennter Elternteil Ruhe und Frieden finden? Wie siehst Du das? Oder funktioniert das erst wenn die Kids groß und aus dem Haus sind?
Dann natĂŒrlich meine Haltung, die an vielen Stellen einfach noch so holperig ist und immer wieder NebenschauplĂ€tze ins Leben ruft. EifersĂŒchteleien, nicht verstehen, wie wichtig die Kinderzeit fĂŒr ihn ist, etc


Viele Dinge haben sich schon zum Positiven gewandelt, doch ich schenke dem Satz sofort Glauben, dass es so lange dauern soll bis sich das zusammenrauft. Es ist halt einfach eine sehr besondere Situation wobei ich immer denke „andere PĂ€rchen haben viel blödere Streitpunkte und wĂ€hrend wir uns immer mehr zusammenraufen und lernen haben andere diese Chance nicht weil es um ganz andere Dinge geht.“
Ich merke, ich bin heute wuselig im Kopf und kann mich gar nicht so klar Ă€ußern bzw. es gibt noch 1000 Dinge, die mir im Kopf rumschwirren, die aber heute glaube ich mal ruhen mĂŒssen. Vielleicht schreibst Du mir ja noch einmal ein bisschen was von Deinen Erfahrungen, das interessiert mich sehr. Wobei auch schon die SĂ€tze, dass Du nun Dinge verstehst, seitdem Du ein Kind hast, mich aufhorchen lassen. Sind MĂŒtter vielleicht einfach die besseren StiefmĂŒtter, da sie die GefĂŒhle nachempfinden können?

Liebe GrĂŒĂŸe
Emme
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Emme 29. August 2014 08:52

Hi Maxi,

danke fĂŒr Deine Antwort! Hattest Du meinen Beitrag vor dem Nachtrag gesehen? Der Vergleich mit der besten Freundin ist sehr gut! Klar, Ben ist dann halt einfach da - und wenn man da keine Lust drauf hat muss man sich Ausweichmöglichkeiten schaffen! Ich betrachte das immer als eine Art WG - man arrangiert sich, mal besser mal weniger gut! WĂŒrdest Du mich heute fragen, ob ich mir nochmal einen Mann mit Kind als Partner aussuchen wĂŒrde wĂŒrde ich das verneinen! Vielleicht sehe ich das irgendwann anders doch die schönen Momente wiegen den vielen Stress einfach nicht auf. Deine Erfahrungen interessieren mich sehr, liebe Maxi! Du klingst so, wie ich mich oft fĂŒhle, wenn Du verstehst, was ich meine ;-)

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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Emme 29. August 2014 15:02

Hi Maxi,

ja das stimmt! Ich wĂŒrde fĂŒr meinen Freund, der einfach toll ist, das alles auch noch einmal mitmachen! So wie er, der es in Bezug auf Ben manchmal ohne mich auch leichter hĂ€tte, mich trotzdem noch einmal so nehmen wĂŒrde wie ich bin, da bin ich mir sicher. Von daher war das so nicht gemeint, sondern nur so gesagt mit dem Mann und dem Aussuchen :-) Bei mir gibt es eh keinen anderen mehr :-)))
Ich wĂŒnsche Dir viel Kraft und freue mich auf nĂ€chste Woche, wenn wir uns schreiben können. Ich hoffe Dein "Kater" löst sich ein bisschen ĂŒber das Wochenende.

Liebe GrĂŒĂŸe
Emme
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Austausch

Beitragvon Schnatterinchen 7. November 2014 15:08

Hallo Emme,


weil du mir in meinem Thread geschrieben hast, wollte ich nun deinen auch nochmal lesen.
Ich hab ihn auch schon mal gelesen, da erinnere ich mich dran, aber da war ich wohl noch nicht so weit wirklich was dazu sagen zu wollen.

Jetzt wĂ€hrend ich gelesen habe, habe ich ein paar Dinge gefunden, die du geschrieben hast, die mich auch berĂŒhrt haben.

Zum Beispiel
Trotzdem ist es schwierig fĂŒr mich, dass mein Partner mir sagt, dass er seinen Sohn ĂŒber alles liebt. Einerseits ist mir klar, dass er sein Kind auf der Eltern-Kind Ebene liebt und mich auf der Paar-Ebene. Doch kann man da nicht jeden auf der Ebene ĂŒber alles lieben?
... doch wenn es an dieses Thema geht sind wir beide schnell aufgebracht und verhalten uns komplett anders.
... manchmal habe ich das GefĂŒhl, die beiden sind sich selbst so genug...
Wir nehmen uns PĂ€rchenzeit, wann es irgendwie geht, doch so richtig geht es eigentlich recht selten...
Manchmal denk ich auch „ich schmeiß alles hin. Dann kann er Ben sonst wie oft sehen ohne dass er sich mit jemandem absprechen muss und ich muss mich nicht mit diesem ewigen Theater herumschlagen“.
Manchmal frage ich mich, ob das allen getrennten Elternteilen so geht. Kann man sich mit dieser Situation nicht abfinden? Kann ein getrennter Elternteil Ruhe und Frieden finden?


Zum ersten: Ich denke schon dass man auf verschiedenen Ebenen ĂŒber alles lieben kann. Ich muss da an meinen Bruder denken. Hast du Geschwister? Diese Liebe fĂŒhlt sich ja auch völlig anders an als die Liebe zu einem Partner.
Ich hab fĂŒr meinen Bruder zum Beispiel auch schon alles stehen und liegen lassen, weil ich das GefĂŒhl hatte, mein damaliger Freund, der kommt alleine klar, aber mein Bruder grad nicht. Mein Ex-Freund hat das nie verstanden die Liebe zu meinem Bruder, er selbst ist ein Einzelkind. Das ist bei meinem jetzigen Freund viel besser. Er hat selbst einen Bruder und genau genommen tut er sehr viel dazu, meine Beziehung zu meinem Bruder zu verbessern und unterstĂŒtzen, schlĂ€gt zum Beispiel immer wieder vor meinen Bruder einzuladen, bemĂŒht sich um ein gutes VerhĂ€ltnis, und ich bin ihm da sehr sehr sehr dankbar dafĂŒr. Das heißt aber nicht, dass ich meinen Freund nicht auch ĂŒber alles liebe. Aber anders.

Ich frage mich an der Stelle, ob dein Partner dir denn ab und zu sagt oder das GefĂŒhl gibt, dass er dich eben auch ĂŒber alles liebt?
Vielleicht bilde ich mir das ein, aber auch an anderen Stellen hatte ich das GefĂŒhl, dass du unsicher bist, welche Rolle du fĂŒr deinen Partner spielst? Vielleicht projeziere ich auch zu viel von meinen GefĂŒhlen hinein, aber ich lese so viel auch von Stefans Arbeit, dass ich dachte, wo kommst du denn? Erst Ben, dann die Arbeit, dann du? Und wenn Ben nicht da ist erst die Arbeit und dann du?
Ich kenne das GefĂŒhl von meinem Freund und könnte dann auch die Kriese kriegen! Ich hab das GefĂŒhl, dass ich immer ganz hinten anstehe.
Du hast das GefĂŒhl die beiden sind sich selbst genug - fĂŒhlst du dich dann ĂŒberflĂŒssig?
Meinst du denn wirklich dein Partner wĂ€re glĂŒcklich(er), wenn du nicht da wĂ€rst. Dann kann er Ben so oft sehen wie er will? Glaubst du, das ist wirklich das einzige was fĂŒr ihn zĂ€hlt?
Ich kann dir gar nicht mit Worten beschreiben wie sehr ich das verstehen könnte!
Mir kommt es auch oft so vor, dass mein Freund mich nicht "braucht" um glĂŒcklich zu sein (natĂŒrlich ist braucht das falsche Wort, ich meine nicht im Sinn von nicht-lebensfĂ€hig sein - viel mehr dass ihm nichts fehlen wĂŒrde und er genauso glĂŒcklich wĂ€re, wenn ich nicht da wĂ€re) - und das ist ein schreckliches GefĂŒhl. Da komme ich mir so vor als mĂŒssten die ganzen Absprachen die man treffen muss eine Belastung fĂŒr meinen Freund sein, und als wĂ€re deswegen ich auch eine Last fĂŒr ihn.

Andererseits brauchen erwachsene Menschen andere erwachsene Menschen um glĂŒcklich sein zu können, und nicht nur ihre Kinder. Kann man jedenfalls ĂŒberall lesen, jemand auf Augenhöhe, mit dem man sich austauschen kann. Ich glaube den möchte jeder haben. Das ist das was das Hirn sagt, mein Herz sagt auch oft was anderes, ehr so das was ich im Abschnitt davor geschrieben habe.

Auf einer "logischen" Ebene ist mir klar, dass ich oft ganz hinten anstehen muss. Ich bin die einzige in der Geschichte, die wirklich unabhÀngig ist. Ich habe mein eigenes Geld, meine eigene Wohnung, kann mich selbst versorgen.
Die Kinder haben gar nix und sind auf Mama und Papa angewiesen, also eben auch auf meinen Freund.
Die Mutter ist auch auf ihn angewiesen (Geld / Zeit...)... und bestimmt auch nicht so unabhÀngig wie sie vielleicht gern wÀre.
Und oft bestimmen die AbhĂ€ngigkeiten die PrioritĂ€ten und nicht das was mein Freund selbst wirklich will. Er muss bestimmt oft ĂŒberlegen, was ist absolut notwendig, was kann ich weg lassen - und tatsĂ€chlich ist es dann einfach so, dass ich ja alleine klar komme, und er Dinge fĂŒr mich deswegen weglassen kann ohne dass es schlimme Konsequenzen hat.

Aber leider ist das eine rein "logische" Ebene und ich bin leider nicht Mr. Spock und auch nicht mit ihm verwandt. Und mein Herz wĂŒnscht sich, dass mein Freund mich nicht "weg lĂ€sst" und nicht nur die Notwendigkeiten seine Handlungen bestimmen sondern auch seine GefĂŒhle. Ich will allerdings auch nicht mit ihm tauschen und seine Entscheidungen treffen mĂŒssen wenn ich das so sehe. Ich möchte nicht zerrissen sein mit den WĂŒnschen mein(e) Kind(er) sehen zu können und meinen neuen Partner / meine neue Partnerin sehen zu können...

Und wie das manchmal so ist kann ich jetzt gerade auf einmal besser verstehen, warum mein Freund so durchsetzen will, dass ich die Kinder kennen lerne... Ich muss jetzt aufhören ich komm vom Thema ab.

Hm - ich hab leider keine Lösungen jetzt fĂŒr dich gehabt, aber du schreibst auf der Suche nach Austausch, und den hab ich vielleicht ja doch fĂŒr dich.


Ganz liebe GrĂŒĂŸe
Schnatterinchen

PS.: Ach ja eins noch - bei uns ist es auch so - wenn wir uns wegen Kinder kennen lernen streiten, dann sind wir auch beide wie ausgewechselt. Wir können sonst voll gut ĂŒber alles reden, aber das Thema ist irgendwie ein wunder Punkt, warum auch immer.
Carpe Diem!
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