Unendliche Schmerzen

Allgemeines Scheidungskinder Forum - Dies ist eine virtuelle Selbsthilfegruppe fĂŒr Kinder und Eltern in allen Fragen rund um Trennung und deren Folgen.

Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon Ansa 28. MĂ€rz 2011 07:28

Lieber Peter,

ich finde es ist immer schwer, ein gutes alleinerziehendes Elternteil zu sein, wenn das andere Elternteil nicht will oder nicht da ist oder Dinge tut, bei denen sich die Haare strÀuben und alles boykottiert, woran man selbst glaubt.

Das Einzige was den betroffenen Kindern dann hilft, ist eine klare eigene Position und die vermisse ich bei Dir. Grad aus Deinen letzten Worten
Vermutlich muessen sie mit diesem Umstand leben ...
schließe ich, das Du selbst damit noch nicht lebst und das verinnerlicht hast. Du bist betroffen darĂŒber und das ist etwas, das Du, wohl auch unbewusst, an Deine Kinder weiter gibst. Sie brauchen kein Mitleid, sie brauchen Klarheit und die ist momentan einfach "Das ist so!" und Punkt. DU kannst die Mutter weder Ă€ndern noch erreichen, Dir bleibt nur, Deinen Umgang damit zu finden.

So wie ich es, etwas anders, aber Ă€hnlich, mit meinen Kindern lebe. Unser Leitsatz ist da einfach "Du darfst Papa lieben, das ist gut und richtig so, aber Du musst nicht mögen, was er tut." Das gibt ihnen die Freiheit, den Papa gern zu haben, und zu differenzieren, zwischen dem was er macht und ihm in seiner Person. Das ist wichtig, fĂŒr die Kinder. Und ich lebe das auch, wenn sie Unsinn bauen, sag ich das gleiche "Du, ich mag Dich, aber was Du da angestellt hast, also ne.... das kann ich gar nicht ab." So ist unser Umgagn damit lebendig.

Die Vergangenheit ist vorbei und nun geht es vorwĂ€rts, ohne Mama - das ist ihre Entscheidung, Du weißt, was sie da alles verpasst, schade drum - und mit Dir und das ist etwas ganz wunderbares und wertvolles..... Und ja, sie mĂŒssen damit leben, einzig, weil es nich tihre Entscheidung ist und auch nie war, es ist ihre (als Mamas) und ihr alle mĂŒsst einfach nur damit leben. Ich wĂŒrde diese Frau erst mal gar nicht mehr erwĂ€hnen...... wenn sie was will, soll sie sich melden. Ich wĂŒrde sie ĂŒber nix informieren (ist altersabhĂ€ngig, natĂŒrlich) und in nichts einbeziehen. Sie muss sich rĂŒhren und wenn sie das nicht tut, ist sie weg..... Ich wĂŒrde nur und ausschließlich ĂŒber sie sprechen, wenn Dein Sohn (oder einer von ihnen) das möchte und anspricht. Und dann auch ruhig und besonnen, "so ist sie eben......." aber nicht mitleidig - Mitleid schadet Kindern, das macht sie klein und bedĂŒrftig.

Und, was Deinen Großen betrifft, er muss lernen auf eigenen FĂŒĂŸen zu stehen und auch, das er derjenige ist, der handelt.... und handeln muss. Und Deine Aufgabe sehe ich darin, ihm dabei zu helfen. FĂŒr ihn da zu sein, aber ihm deutlich zu machen, das er ruhig am Studienort bleiben soll..... durch Arbeitsgruppen ergeben sich schon Kontakte, ermutige ihn und wenn er am Wochenende kommt, freu Dich und sei fĂŒr ihn da... aber nicht nur uneingeschrĂ€nkt, sondern mache auch Sachen und Dinge fĂŒr Dich selbst. Auch Deine Söhne mĂŒssen wissen, das Du nicht nur Vater bist sondern auch Mann, mit eigenen WĂŒnschen und TrĂ€umen.

Dir liebe GrĂŒĂŸe
Ansa
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 3. April 2011 22:59

Liebe Ansa,

danke fĂŒr Deine EinschĂ€tzung. Über die Positionierung habe ich nachgedacht und vielleicht drueckt sich mein Verhalten bei den Kids so aus, dass Mitleid mit ihnen nicht hilfreich ist. Auf der anderen Seite tut es mir fuer jedes Kind leid, wenn es Elternteile gibt, die sich nicht wirklich fuer ihre Kids interessieren. Die Kinder haben sicher selbst ihre Klarheit erlebt und haben mit ihrer Mutter mehr oder weniger abgeschlossen, versuchen aber mindestens 1 bis 2 Mal pro Jahr einen Neuanfang, um dann wieder
enttaeuscht zu werden.

Sie erleben andere Muetter an der Schule und fragen sich sehr oft, warum sie nicht auch solch eine nette Mutter haben koennen, ...

Mein Grosser hat unter Scheidung sehr gelitten und leidet auch heute noch sehr stark. Ihm wurde ein Stueck seiner Kindheit gestohlen. Lebt in Angst und Zwaengen und es kostet ihm immer wieder Überwindung, wenn ich auf eine lĂ€ngere Fernostreise muss. Dann ist er auf sich alleine gestellt und leidet ... Mein Kleiner kann damit anders umgehen und er geniesst die Zeit ... Er hat die Scheidung nicht so intensiv damals miterlebt.

Nun ja, ich werde alles versuchen, dass Ihnen ein Stueck guter Kindheit in Erinnerung bleibt und dass sie mit einer gesunden Lebenseinstellung durchs Leben gehen koennen.

Mal sehen, wie es kuenftig weitergehen wird ....

LG
Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon Ansa 4. April 2011 14:55

Lieber Peter,

lass uns das differenzieren, Mitleid - das Kindern signalisiert, sie sind klein und unfĂ€hig und leiden einfach... und man selbst mit ihnen mit oder MitgefĂŒhl, das Abstand hĂ€lt, zu dem was passiert ist und Platz fĂŒr Hoffnung hat, die Dinge zu ĂŒberwinden.

Mir scheint Du bist sehr empathiefĂ€hig und vielleicht ist es so, das sich da vieles von Dir auf Deine Kids ĂŒbertragen hat. Solche Probleme, wie "leiden wenn man allein ist" haben durchaus auch Kinder aus "intakten" Familien, die in einem liebevollen zu Hause aufwachsen und denen es (zumindest erkennbar fĂŒr uns von außen) nie an etwas gemangelt hat. Ich habe oft den Eindruck, das geschiedene Elternteile alle Probleme, die sich entwicklen und ergeben auf die Scheidung zurĂŒck fĂŒhren und nicht einen Gedanken dafĂŒr ĂŒber haben, das es auch ganz normale Auseinandersetzungen geben wĂŒrde, wenn....

Meine Kinder meinen ab und an, "wenn wir noch mit Papa zusammen wĂ€ren - dann - wĂ€re alles schön." Besonders streift sie dieser Gedanke, wenn sie Krach mit meinem Liebsten haben... den hĂ€tten sie nicht, gĂ€be es Papa an unserer Seite. Das stimmt, aber sie hĂ€tten dann durchaus an anderer Stelle Krach mit Papa - weil das einfach zum Leben dazu gehört. Nachdem wir einmal ganz offen und sachlich darĂŒber gesprochen haben, geht es auch.

Also, mitunter ist es zwar tragisch, das man ein Elternteil hat, das sich nicht fĂŒr einen interessiert und die Tragik wird noch grĂ¶ĂŸer wenn ich mir VorwĂŒrfe mache, mir den falschen Partner fĂŒr meine Kinder erwĂ€hlt zu haben, weil ich mich eventuell doppelt schuldig fĂŒhle........ (vielleicht denkst Du darĂŒber einmal nach) und dann gibt es noch den Gedanken, der mich immer tröstet. Was wĂ€re denn die Alternative zu der Trennung gewesen?

WĂ€re sie fĂŒr die Kinder schöner und lebenswerter gewesen? Oder hast Du am Ende das getan, was Euch allen das allermöglichst Beste was machbar war, gegeben hat? Und wenn das so ist, gibt es weder einen Grund fĂŒr Mitleid noch fĂŒr VorwĂŒrfe..... es gibt eben nicht immer eine Situation die fĂŒr alle toll ist, aber eben doch eine Situation, die fĂŒr ertrĂ€glich ist und die bessere Alternative zu dem, was einmal war.

FĂŒr mich war das eine leitende Erkenntnis, denn sie hat in mir viel verĂ€ndert. Es gab GrĂŒnde fĂŒr die Trennung und auch, wenn manches nicht optimal war, so war es doch das Beste was machbar war.

Ja, vielleicht hĂ€tten sie eine Mama die sich um alles kĂŒmmert und einen Papa der außer Haus arbeitet, viel unterwegs ist und der niemals so ein VerhĂ€ltnis zu ihnen gehabt hĂ€tte - wie Du es heute hast? WĂ€re ja möglich, oder?

Weißt, ich sag meinen Kindern immer "Du darfst Papa lieb haben, das ist gut und richtig, immer - aber Du musst nicht mögen, was er tut." Das hilft ihnen, denn er tut viele Dinge (Ă€hnlich wie Deine Exfrau wohl auch) die sie nicht mögen..... und, gesellschaftlich gesehen ist es natĂŒrlich auch sehr viel weniger anerkannt, wenn MĂŒtter sich als solche weglaufenden Elternteile entpuppen.... wĂ€rest Du davon gelaufen, wĂŒrde man nicht so viele Probleme darin suchen. Und was spĂ€ter wird, wenn sie von allein Kontakt suchen oder eben auch nicht.......... das weiß niemand...... ich komme aus so einer "intakten" Familie und hab seit Jahren keinen Kontakt zu meinem Papa. Nicht das mit das gefĂ€llt oder ich das schön finde, aber so wie er sich verhalten hat, ist er kein Papa.... und es gibt Menschen, die mir VorwĂŒrfe machen, das ich mich von ihm abgewandt habe - ich will damit nur sagen, das manchmal eine Trennung der bessere Weg ist.

Liebe GrĂŒĂŸe an Dich
Ansa
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon sonnenschein2 4. April 2011 17:24

Lieber Peter,

weißt Du ,es gibt ein Gebet, das mir oft weiterhilft... Hilf mir die Dinge anzunehmen, die ich nicht Ă€ndern kann...die Worte falllen mir ein, wenn ich deine Berichte lese. Es ist so..du wirst die Mutter deiner deiner Kinder nicht Ă€ndern können. Sie bestimmt ihr Leben selbst. Sie hat eben fĂŒr sich entschieden es ohne ihre Jungs zu leben. Das ist eben zurzeit so. Genauso wie du dein Leben hast. Manchmal liest es sich fĂŒr mich, als könntest du nicht loslassen. Nicht loslassen von den Lasten der Vergangenheit. Sorry, ich möchte dir nicht zu nahe treten. Aber auch deine Jungs sollen lernen ihr eigenes Leben zu leben. Auch mit dem Bild vob Mama was sie möchten.Sie sind nicht bedauernswert. Sie sind gesund, haben ein gutes Leben und sind auch dafĂŒr verantwortlich fĂŒr sich zu sorgen. Jeder Mensch ist selbst dafĂŒr verantwortlich glĂŒcklich zu sein. Du kannst UnterstĂŒtzung geben, aber die Verantwortung liegt bei jedem selbst, auch bei dir..Wieviel Energie und Kraft geht verloren, wenn man sich Gedanken ĂŒber Dinge macht, die man nicht Ă€ndern kann. Anstatt einfach zu leben und das Geschenk des Lebens zu genießen...

Ich wĂŒnsche dir sehr, dass deine unendlichen Schmerzen ein Ende finden und du schmerzfrei leben kannst, Zeit findest fĂŒr den Peter von heute ihn zu lieben und zu umsorgen...

Liebe GrĂŒĂŸe Sonnenschein2
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 5. April 2011 13:36

Liebe Ansa und Sonnenschein,

natuerlich habt Ihr Recht. Man muss loslassen koennen und darf nicht zu sehr auf die Vergangenheit zurueckschauen.

Ich habe nun ĂŒber 2Jahre OHNE jeglichen Kontakt zur Kindesmutter und seit ca. 5 Jahren zu den Exschwiegereltern gelebt. Das neue Leben schmeckt meinen Kids und mir selbst sehr gut. Eine neue Frau habe ich nicht und habe auch nicht das Gefuehl, dass ich danach Sehnsucht habe. In meinem neuen Leben fĂŒhle ich mich wohl, engagiere mich in der Schule in verschiedenen Positionen, treibe wieder Sport, fahre Motorrad und teile die Hobbies mit und ohne meine Kids.

Im Rahmen der finanziellen Anfrage an meine Ex Frau, sie hat bis heute noch NIE etwas an Unterhalt fuer die Kinder bezahlt, als auch die Anfrage nach einer Unterschrift fĂŒr die Beantragung eines Reisepasses fuer unseren Kleinen, konnte ich den Kontakt ĂŒber das Gericht herstellen. Die Reaktionen zeigten mir aber, dass ich im falschen Film bin. Die Uhren waren dort 5 Jahre stehen geblieben und ich war immer noch der Buhmann als auch der KindesentfĂŒhrer.

Auch wenn ich sicherlich ein höheres Einkommen als meine Ex habe, sind die Belastungen sehr gross geworden, um fuer das Studium meines Grossens alleine zu zahlen. Ich hĂ€tte einen symbolischen Betrag von der Ex Mama in Höhe von EUR100 bis 200 erwartet. Aber es kommt nichts .... So ist ein alter Keim entfacht worden, sicherlich meine Schuld und auch wieder die gleiche Erkenntnis, dass sich nichts geaendert hat. Diese Erfahrungen teilte dann auch mein Grosser, denn er fĂŒhlt sich von ihr abgeschoben ... Welches Kind will dieses GefĂŒhl haben ?

Meine Jungs können sicher auf eigenen Beinen stehen, sie sind in der Lage zu kochen, waschen, eigenstĂ€ndig zu lernen, sind oder waren SchĂŒler und Mittelstufensprecher, haben im Abitur den Physikpreis abgestaubt und haben BEIDE den Preis fĂŒr soziale Kompetenz in ihrer Klassenstufe erhalten.

Mir geht es nur um die Erkenntnis, dass es soviele Eltern auf dieser Welt gibt, denen ihre eigenen Kinder so egal und gleichgĂŒltig sind, sie nicht fördern und motivieren ... FĂŒr mich ist es so erschreckend, dass ich ein solches Exemplar mal geheiratet habe und es ist wie die jahrhundertlange Strahhlung bei einem AKW, mann kann sich nie 100 % lösen. Letztendlich bleibt diese Mutter, die Mutter unserer Kinder, ein Leben lang ....

Liebe GrĂŒsse.
Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon sonnenschein2 5. April 2011 15:16

Lieber Peter,

ja sie bleibt ein Leben lang die Mutter eurer Kinder und sie wird auch immer deine Exfrau bleiben. Sie wird vielleicht immer eine Rolle in eurem Leben spielen. Wichtig ist nur, welche Macht ihr 3 dieser Frau noch weiter ĂŒber euch gebt. Senn das ist dann vielleicht einfach nur frustrierend und Kraft, die verschwendet worden ist.
Es ist schön zu lesen, dass ihr euer Leben lebt. Peter, es muss auch keine Frau in deinem Leben sein. alles hat seine Zeit. Wichtig ist was ihr aus eurem Leben macht und dass uhr glĂŒcklich seid. Denn das Leben findet heute statt. ..

Bis bald
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 22. Dezember 2011 08:58

Guten Morgen,

die Zeit fliegt dahin und siehe da, ich habe eine Weihnachtskarte von meiner Ex bekommen. Plötzlich ist ihre Erkenntnis da und bedankt sich, dass ich in den letzten 6 Jahren fuer die Kinder da war und sieht ein, dass ein Berufsleben doch nicht immer so einfach ist. Sie macht wohl gerade eine Kur und fragt an, ob die Kinder kommen wollen.

Ich habe eine BrĂŒcke gebaut und angeboten, wenn die Kids wollen, dann bringe ich sie dort hin. Der Kleine will gerne mal wieder seine Cousins sehen, der Grosse ist noch distanziert.

Ich weiss nicht, wie ich reagieren soll. Ich habe mich extrem entwöhnt mit dem Gedanken, dass eine Mutter fuer die Kids dasein koennte. Natuerlich will ich nicht blockieren, aber irgendwie begreife ich es nicht mehr. Sie hat eine der schoensten Zeiten des Lebens verpasst und sich indirekt von ihren Kindern getrennt.

Wie kann ich emotionsfrei reagieren, da eigentlich zuviel in der Vergangenheit passierte, welches bei mir einige nicht reparierbare Narben hinterlassen hat ?

Frohe Weihnachten
Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon MarliJo 22. Dezember 2011 18:37

Lieber Peter,

das, was du als ihre Erkenntnis bezeichnest, kann dazu beitragen, dass Narben beginnen zu verheilen, wenn ihr Wille echt und nachhaltig ist.
Ich glaube, es ist nie zu spÀt.
Sei du ganz selbst, wage einen mutigen Schritt auf sie zu und warte ab, was passiert, bevor du wieder einen Schritt tust.

Die und deinen Kindern alle guten WĂŒnsche !
MarliJo
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 29. Dezember 2011 20:46

Liebe Marli,

vielen Dank fuer den Tipp, den ich nun befolgt habe. Das "Wiedersehen" war fuer mich ein sehr unwohles GefĂŒhl. Einer Einladung zum Kaffee konnte ich noch nicht folgen.
Mal sehen, was nun alles noch passieren wird.

LG und ein frohes neues Jahr 2012 (mein persoenliches Jahr 6 nach der Scheidung).

Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 27. September 2012 00:01

Neuigkeiten nach langer Zeit. Die Firmung meines mittlerweilen 17 jÀhrigen Sohnes steht an. WunschgemÀss habe ich seine Mutter, Oma, Opa etc eingeladen.
Ein komplettes Wochenende nach solanger Abstinenz. Bitte gebt mir noch Tipps, damit es zu keiner streitigen Veranstaltung wird. Meine beiden Kinder freuen sich sehr darueber, dass alle kommen, aber ich habe irgendwie ein ganz komisches BauchgefĂŒhl ... :?
Danke fĂŒr Eure Tipps.
Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon sonnenschein2 27. September 2012 08:37

Hallo Peter,
schön, dass du dich mal wieder meldest. Du möchtest gerne Tipps von uns zur Gestaltung einer gemeinsamen Familienfeier. Ich kann deine Bauchschmerzen gut nachempfinden. Ich beschÀftige mich mit Àhnlichen Gedanken, da mein Sohn im nÀchsten Jahr sein Abi macht und die dazugehörige Feier ansteht...
Mir hilft es im Augenblick sehr daran zu denken, dass es nicht meine Feier ist. Vielleicht kannst du das auf dich ĂŒbertragen? Es ist der Tag deines Sohnes. ZunĂ€chst finde ich es schon mal sehr positiv, dass ĂŒberhaupt alle GĂ€ste zugesagt haben. Wie wollt ihr die Feier denn gestalten? Mir hilft es sehr, wenn ich nicht in meinem Heim sein muss, sonder an einem neutralen Ort. Sprich irgendwo gemeinsam essen gehen z.B. Dort kann man sich dann zurĂŒcklehnen und einfach das Essen genießen. Die GesprĂ€chsthemen kann man aktiv mitgestalten, oder das Reden den anderen ĂŒberlassen und sich mit Sohnemann freuen.
Sollte die Situation trotzdem eskalieren, kann man ganz einfach nach Hause gehen. Mir hilft dieser Gedanke sehr, denn ich muss niemanden in meine Wohnung lassen, den ich da eigentlich nicht haben möchte.
Gut ist auch fĂŒr mich sich vorzustellen, was passieren könnte. Welche Situation macht mir genau Bauchschmerzen? Ist es das Wiedersehen von Personen, die mich in der Vergangenheit verletzt haben? Oder habe ich Sorge vor den GesprĂ€chen? Ich versuche mir die Situationen genau vorzustellen und ĂŒberlege wie ich reagieren könnte und was ich fĂŒr den Tag fĂŒr mich tun kann, damit es mir gut geht.
Ich möchte einfach einen schönen Tag fĂŒr meinen Sohn haben. Wie sieht dein Sohn denn den Tag? Was möchte er und wie stellt er sich das Wiedersehen vor?
Magst du dich nochmal melden?
Viele GrĂŒĂŸe
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 3. Oktober 2012 08:50

Lieber Sonnenschein,

vielen Dank fuer die Tipps. Wow, es war eine sensationelle Feier fuer meine Jungs. Wir haben nach 6 Jahren der Abstinenz die Ex Familie bereits Freitags wiedergesehen und sie einfach in unser kleines Heim eingeladen. So konnten Sie sehen, dass ich tatsĂ€chlich im Wohnzimmer meinen Schlafplatz habe und wir uns seit 6 Jahren auf 68 qmÂČ tummeln. Die damalige "KindesentfĂŒhrung" verlor ihre Substanz. Ich hatte eine Bierzeltgarnitur und ein grosses Zelt von der Schule ausgeliehen und so konnten wir im kleinen Garten sitzen und die Kinder in den Mittelpunkt stellen. Die Firmung und das Essen beim Chinesen am naechsten Tag war eine gelungene Abwechslung. Abends zeigten wir dann noch die Higlights von Bruessel und irgendwie was alles neu.
Es hat den Kindern gut getan und viele alte Wunden bleiben wohl dann Gott sei Dank doch verschlossen.
Ich bin so froh.

Jetzt kann auch unser als auch vielleicht Euer Abiball nÀchstes Jahr gelingen. Mal schauen ...

LG. Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 17. MĂ€rz 2013 01:25

Hallo,
das Leben geht weiter und so ziehen neue Wolken am Horizont auf. Kurz vor Weihnachten hat mich mein Arbeitgeber nach 30 Jahren Zugehörigkeit entlassen. Ein Riesenschock fĂŒr unsere kleine Scheidungsgemeinschaft. Nach kurzer Zeit habe ich einen neuen Job gefunden, allerdings weit entfernt ... Meine Kids mittlerweile 21 Jahre und 17 1/2 Jahre haben im Prinzip nur noch ein Schuljahr zu absolvieren. Es macht keinen Sinn, daß die Uni bzw. die Schule gewechselt wird und ich habe die Entscheidung nach langer Überlegung getroffen, daß ich alleine die berufliche Reise antreten muß und somit meine beiden geliebten Kinder nur noch alle 2 Monate sehen kann.
Meine Ex Frau leidet unter Depressionen. Ich bot an, daß sie ggf. zu den Kids kommen kann und sie von Zeit zu Zeit besuchen kann und auch bei mir in der Wohnung leben könnte. Aber irgendwie wollen es die Kinder nicht. Ist es eine Lösung, meine Kinder fĂŒr das letzte Schuljahr alleine zu lassen ? Sie kommen sicher zurecht. Waschen, kochen etc .. haben sie gelernt. Unsere neue Wohnung liegt auch nur 100 m von der Schule entfernt und es haben sich viele Eltern angeboten, auf die Kids zu achten. Was denkt Ihr.

LG. Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 19. MĂ€rz 2013 00:14

Hallo Maxi,

Alternativen in meinem Alter (48) sind schwach gestreut. Arbeitslosengeld ? Daran glaube ich nicht. Bin seit 3 Monaten arbeitslos gemeldet und habe bis heute keinen Cent erhalten. Lebe von meinen Ersparnissen. Im neuen Job verdiene ich ganz gut und kann so die Schule bezahlen (kostet 10000 EUR im Jahr) als auch das Studium finanzieren.

Es ist eine blöde Situation, wenn ich den Job nicht annehme, dann verlieren wir alle. Die Wohnungsfinanzierungskosten sind auch nicht ohne und mĂŒssen bedient werden. Der neue Arbeitsplatz liegt in einem sehr armen asiatischen Land und unser 17 jĂ€hriger Sohn hatte auch vor Ort die AufnahmeprĂŒfung bereits bestanden, allerdings hĂ€tte er das Schuljahr wiederholen muessen, da es eine amerikanische Schule war. Hier in Belgien laufen seine Abiturpruefungen ab Januar 2014 an .. also eine recht kurze Zeit. Ich bin mir diesmal so unsicher ...

Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon Ansa 19. MĂ€rz 2013 11:57

Lieber Peter,

da gebe ich Maxi Recht, was wollen Deine Kinder? Solche Dinge sind auch eine Gemeinschaftsentscheidung - was bedeutet das fĂŒr Euch und was bedeutet es fĂŒr Dich, das sind die Fragen, um die es geht.

Und ja, ein Jahr im Ausland kann eine wundervolle Erfahrung sein, es wird neue Erfahrungen geben, neue Lebensan- und -einsichten. Vielleicht dreht sich mal eine Zeit nichts um Trennung und Mama sondern einfach um Leben ansich? Das kann so gut tun.... Und Dein JĂŒngster wĂ€re bei Dir. Solche Erfahrungen können im Beruf und auch im Leben viel verĂ€ndern,

Heute, mit Skype und Internet ist man auch nicht soooo aus der Welt. Mein Liebster arbeitet ja z.Zt. in der NĂ€he von Amsterdam und ich auch nur am Wochenende daheim, trotzdem fĂŒhle ich mich seltenst verlassen, weil ich ihn ĂŒber Skype so gut wie immer erreichen kann, wenn ich das wollte.... selbst die Bildtelefonmate nutzen Freunde von mir um ihren Enkelchen in Australien MĂ€rchen vorzulesen und mit ihren Kindern Kaffee zu trinken. FrĂŒher, als ich klein war, arbeitete mein Vater auf Montage im Ausland und war oftmals viele Wochen nicht da, das Einzige war telefonieren - aber nur mit Mama, fĂŒr uns Kinder war das zu teuer.... und es war Mamas SontĂ€gliches Highlight, wenn Papa anrief - manchmal denke ich - wie hĂ€tte sie die moderne Zeit genossen. Die Welt ist dadurch viel kleiner geworden.

Ach ja, erinnerst Dich, wir haben mal ĂŒber Klarheit gesprochen.... es ist keine Klarheit, den Kindern anzubieten, das Mama ja zu ihnen kommen könnte und in Deiner, in Eurer, in Eurem geschĂŒtzten Bereich leben könnte - das sie das nicht wollen - kann ich unglaublich gut verstehen. Es ist nicht Deine Aufgabe, eine FamilienzusammenfĂŒhrung zu planen.....

Nimm ihn mit, den JĂŒngsten und auf ins Abenteuer..... Abstand kann auch Freiheit sein.

Liebe GrĂŒĂŸe
Ansa
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